FlixTrain-Chef will der Bahn noch mehr Kunden abjagen – auch mit neuem Rivalen Italo
FlixTrain-Chef will Bahn-Kunden abjagen – auch gegen Italo

FlixTrain-Chef André Schwämmlein will der Deutschen Bahn noch mehr Kunden abjagen. In einem Interview mit dem SPIEGEL kündigte er an, das Streckennetz massiv auszubauen: „Wir wollen alle großen Ballungsräume verbinden, jede Großstadt.“ Gleichzeitig zeigt er sich unbeeindruckt vom angekündigten Markteintritt des italienischen Konkurrenten Italo auf dem deutschen Schienennetz.

Expansionspläne und neue Konkurrenz

Schwämmlein betont, dass FlixTrain weiterhin auf Wachstum setzt. Derzeit ist das Unternehmen vor allem auf Fernverkehrsstrecken unterwegs, die bisher von der Deutschen Bahn dominiert werden. „Wenn ich heute vor die Tür schaue und keinen grünen Zug sehe, tut mir das ein bisschen weh“, sagte der 45-Jährige mit Blick auf die FlixTrain-eigenen grünen Züge. Er strebt eine flächendeckende Präsenz in ganz Deutschland an.

Der neue Wettbewerber Italo, ein Hochgeschwindigkeitszug aus Italien, plant ebenfalls, in den deutschen Markt einzusteigen. Doch Schwämmlein sieht darin keine Bedrohung. „Italo wird sicherlich ein guter Anbieter sein, aber wir haben bereits Erfahrung im liberalisierten Fernverkehr und ein stabiles Geschäftsmodell“, erklärte er. FlixTrain setzt auf flexible Preise und ein dichtes Netz, um Reisende zu überzeugen.

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Herausforderungen im Schienenverkehr

Der Markt für Fernverkehrszüge in Deutschland ist stark umkämpft. Die Deutsche Bahn hält mit ihrer Tochter DB Fernverkehr den größten Marktanteil, doch private Anbieter wie FlixTrain und Flixtrain (Schweste) gewinnen zunehmend an Boden. Laut Branchenexperten ist der Anteil privater Anbieter am Fernverkehr in den letzten Jahren auf rund 15 Prozent gestiegen. FlixTrain profitiert dabei von niedrigeren Kosten und einem agilen Management.

Allerdings gibt es auch Hürden: Die Schieneninfrastruktur in Deutschland ist vielerorts überlastet, und die Deutsche Bahn als Netzbetreiber hat eine starke Position. Schwämmlein fordert daher mehr Investitionen in die Schiene und eine gerechtere Trassenvergabe. „Wir brauchen einen echten Wettbewerb auf der Schiene, nicht nur auf dem Papier“, sagte er.

Zukunftsaussichten

FlixTrain plant, in den nächsten Jahren sein Angebot deutlich auszubauen. Konkrete Zahlen nannte Schwämmlein nicht, aber er kündigte an, dass in Kürze weitere Strecken hinzukommen werden. Dazu gehören Verbindungen in bislang unterversorgte Regionen sowie eine engere Taktung auf bestehenden Routen. Auch Kooperationen mit anderen Verkehrsträgern wie Bussen und Fähren sind denkbar.

Der Markteintritt von Italo könnte den Wettbewerb weiter beleben. Italo ist bekannt für seine modernen Züge und hohen Komfort. Doch Schwämmlein bleibt zuversichtlich: „Am Ende entscheidet der Kunde. Wir werden uns mit Qualität und Service behaupten.“

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