Am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte herrscht täglich ein gefährliches Gedränge: Tausende Pendler, die zwischen der U-Bahnlinie U2 und den S-Bahnlinien umsteigen, müssen eine vielbefahrene Straße ohne Ampel oder Zebrastreifen überqueren. Die Kreuzung zwischen der Hauptstraße Potsdamer Platz/Stresemannstraße und der Einmündung der Gabriele-Tergit-Promenade ist berüchtigt. Fußgänger werden oft von der Masse auf die Straße gespült, während Autos warten müssen, obwohl sie Vorfahrt haben. Das führt immer wieder zu brenzligen Situationen und riskanten Manövern.
FDP-Antrag für Zebrastreifen
Die FDP-Fraktion im Verkehrsausschuss des Bezirks Mitte hat einen Antrag eingebracht, der einen Zebrastreifen an dieser Stelle fordert. Der Antrag wurde im Bezirksparlament angenommen und an die Senatsverwaltung weitergeleitet, die für die Straße zuständig ist. Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte hat das Ersuchen an die Arbeitsgemeinschaft Querungshilfen der Senatsverwaltung weitergegeben. Grundsätzlich sei man offen für Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und zum Schutz der Fußgänger, jedoch könnten auch andere Lösungen als ein Zebrastreifen in Betracht gezogen werden.
Senat zeigt sich offen
Die Senatsverwaltung zeigt sich grundsätzlich aufgeschlossen. Auf Anfrage hieß es: „Das Anliegen kann grundsätzlich nachvollzogen werden.“ Ob am Ende ein Zebrastreifen, eine Ampel oder eine andere Lösung umgesetzt wird, ist noch offen. Eine Kostenkalkulation liegt bislang nicht vor. Dennoch sind sich Bezirk und Senat einig, dass an dieser Stelle etwas passieren muss.
Unfallstatistik: Keine Fußgänger betroffen
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Laut Unfallstatistik der Berliner Polizei kam es in den vergangenen fünf Jahren an dieser Stelle zu insgesamt vierzehn Unfällen, bei denen drei Menschen leicht verletzt wurden. Entscheidend ist jedoch: „Bei keinem der registrierten Verkehrsunfälle waren Fußgängerinnen oder Fußgänger beteiligt“, teilt die Polizei mit. Dies stellt die Dringlichkeit der Maßnahme aus Sicht mancher Beteiligter in Frage, doch die hohe Frequentierung durch Pendler spricht weiterhin für eine Verbesserung der Sicherheit.



