Pünktlichkeitsquote am Hamburger Hauptbahnhof gestiegen
Mehr als ein Drittel der Fernzüge am Hamburger Hauptbahnhof ist im vergangenen Jahr unpünktlich gewesen. Wie aus Zahlen des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht, die die Hamburger Bundestagsabgeordnete Cansu Özdemir (Linke) erfragt hat, lag der Anteil der Züge mit einer Verspätung von weniger als sechs Minuten bei 61 Prozent. Das bedeutet, dass 39 Prozent der Züge mindestens sechs Minuten zu spät kamen. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 hat sich die Pünktlichkeit um 1,7 Prozentpunkte verbessert, damals betrug sie 59,3 Prozent.
Durchschnittliche Verspätung steigt auf 11,5 Minuten
Die durchschnittliche Verspätung der unpünktlichen Züge bei der Ankunft am Hauptbahnhof betrug 11,5 Minuten. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zu den Jahren 2024 bis 2022, wie das Ministerium weiter mitteilte. Die Deutsche Bahn wertet Züge erst ab einer Verzögerung von mehr als sechs Minuten als unpünktlich. Die gestiegene durchschnittliche Verspätung zeigt, dass die Probleme im Fernverkehr nicht nur in der Häufigkeit, sondern auch im Ausmaß der Verzögerungen zunehmen.
Linken-Abgeordnete Özdemir kritisiert Unzuverlässigkeit
Özdemir äußerte sich kritisch zur Situation: „Der Fernverkehr bleibt unzuverlässig. Während die Bundesregierung Milliarden in die Rüstung steckt, lässt sie die Bahn verrotten.“ Sie forderte mehr Investitionen in die Schieneninfrastruktur und bezahlbare Ticketpreise. „Die Bahn darf kein Luxusangebot sein, sondern muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden“, so die Abgeordnete. Die Kritik kommt vor dem Hintergrund des bundesweiten Trends: Die Pünktlichkeit im Fernverkehr lag 2025 bei 60,1 Prozent, wie der Geschäftsbericht des Konzerns zeigt. Hamburg liegt mit 61 Prozent etwa im Bundesschnitt.
Die Diskussion um die Zuverlässigkeit der Bahn wird auch durch die anhaltende Debatte um die Sanierung des Schienennetzes befeuert. Experten sehen dringenden Nachholbedarf bei Investitionen in Strecken, Brücken und Stellwerke. Verspätungen und Zugausfälle belasten nicht nur Pendler, sondern auch die Wirtschaft, da Lieferketten gestört werden können. Die Linke fordert daher eine Abkehr von der Priorisierung der Schuldenbremse zugunsten einer nachhaltigen Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur.
Bundesweiter Vergleich und Ausblick
Bundesweit schnitt die Deutsche Bahn im Fernverkehr mit 60,1 Prozent Pünktlichkeit ähnlich ab wie Hamburg. In den Vorjahren lag der Wert zwischen 58 und 65 Prozent. Die Bahn selbst gibt an, dass Baustellen, veraltete Technik und Personalmangel die Hauptursachen für Verspätungen seien. Für 2026 plant der Konzern umfangreiche Sanierungsarbeiten an mehreren Hauptverkehrsachsen, was kurzfristig zu weiteren Einschränkungen führen könnte. Fahrgastverbände mahnen jedoch, dass die geplanten Maßnahmen nicht ausreichen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.



