Neue S-Bahnen für Berlin: Größte Ausschreibung abgeschlossen
Neue S-Bahnen für Berlin: Ausschreibung abgeschlossen

Nach jahrelangen Verzögerungen ist die größte Ausschreibung in der Geschichte der Berliner S-Bahn beendet. Der Zuschlag ging an ein Konsortium unter Führung von Siemens Mobility und Stadler Rail. Die neuen Fahrzeuge sollen ab 2027 schrittweise auf den Schienen der Hauptstadt unterwegs sein und die bestehenden Züge ersetzen, die zum Teil seit den 1990er Jahren im Einsatz sind. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 3 Milliarden Euro für insgesamt 1.300 Wagen.

Mehr Komfort und Kapazität für Fahrgäste

Die neuen S-Bahnen sind eine Weiterentwicklung der aktuellen Ringbahn-Züge und bieten zahlreiche Verbesserungen. Sie verfügen über breitere Türen, mehr Stehplätze, moderne Klimaanlagen und ein verbessertes Fahrgastinformationssystem mit digitalen Bildschirmen. Zudem werden die Züge barrierefrei sein, mit einem niveaugleichen Einstieg an den Bahnsteigen. Die Kapazität pro Zug wird um etwa 10 Prozent steigen, was insbesondere auf den stark frequentierten Linien wie der Ringbahn und der Stadtbahn für Entlastung sorgen soll. Laut dem Berliner Senat rechnen die Verkehrsbetriebe mit einer Steigerung der Fahrgastzahlen um 15 Prozent bis 2030.

Auslieferung und Testphase

Die ersten 100 Wagen sollen bereits 2027 ausgeliefert werden, die vollständige Flotte bis 2035. Vor der Inbetriebnahme ist eine mehrmonatige Testphase auf dem Berliner Streckennetz vorgesehen. „Wir werden die neuen Züge umfassend prüfen, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten“, sagte ein Sprecher der S-Bahn Berlin GmbH. Die neuen Fahrzeuge werden zunächst auf den Linien S41, S42, S8 und S9 eingesetzt, bevor sie auf alle Linien verteilt werden.

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Hintergrund der Ausschreibung

Die Ausschreibung war notwendig geworden, weil die bisherigen Züge der Baureihen 480 und 485 in die Jahre gekommen sind und nicht mehr den modernen Anforderungen an Komfort, Energieeffizienz und Zuverlässigkeit entsprechen. Ursprünglich war die Vergabe bereits für 2022 geplant, doch technische und rechtliche Einwände führten zu Verzögerungen. Mit der Entscheidung sei nun ein „Meilenstein für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin“ erreicht, so der Berliner Verkehrssenator. Die neuen Züge werden zudem mit einer energiesparenden Leichtbauweise und einer effizienteren Bremsenergierückgewinnung ausgestattet sein, was den Stromverbrauch um bis zu 20 Prozent senken soll.

Reaktionen und Ausblick

Fahrgastverbände begrüßten die Entscheidung, mahnten aber auch, dass die neuen Züge pünktlich und in ausreichender Zahl geliefert werden müssten. „Die Berliner haben lange genug auf moderne S-Bahnen gewartet. Jetzt muss die Umsetzung zügig erfolgen“, sagte ein Sprecher des Fahrgastverbands IGEB. Der Berliner Senat plant, parallel zur neuen Flotte auch die Infrastruktur zu modernisieren, darunter die Signaltechnik und die Bahnsteige. Insgesamt investiert das Land Berlin in den kommenden Jahren rund 5 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur.

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