Niedrigwasser in deutschen Flüssen: Schifffahrt leidet unter Trockenheit
Viele deutsche Flüsse wie der Rhein, die Elbe oder die Donau sind derzeit von starkem Niedrigwasser betroffen. Die anhaltende Trockenheit und Hitze haben die Pegelstände deutlich sinken lassen. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Binnenschifffahrt aus, die weniger Ladung transportieren kann und höhere Kosten verzeichnet.
Binnenschiffe fahren trotz Niedrigwasser – aber mit weniger Ladung
„Binnenschiffe können derzeit weniger Ladung aufnehmen als bei höheren Wasserständen“, teilt Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Dennoch führe die Binnenschifffahrt auch bei Niedrigwasser weiterhin Gütertransporte durch. Amtliche Sperrungen durch die Bundeswasserstraßenverwaltung (WSV) gebe es nicht. „Die Schifffahrt fährt, solange es sicher möglich ist“, betont Spieß.
Die WSV bestätigt Niedrigwasser an zahlreichen Rheinpegeln. Laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) wurde an der Donau in den vergangenen Tagen bereits der niedrigste bisherige Wasserstand gemessen. Der Wasserstand der Elbe lag am Dresdner Pegel am Donnerstag bei 55 Zentimetern – etwa ein Meter unter dem Mittelwert.
Wirtschaftliche Folgen: Höhere Transportkosten und mehr Schiffe
Andreas Bartel vom Duisburger Hafen „Duisport“ bestätigt die durch das Niedrigwasser entstandenen Probleme für die Schifffahrt. „Die Folge sind geringere Transportmengen pro Schiff und damit steigende Transportkosten entlang der Lieferkette.“ Gleichzeitig führe die reduzierte Auslastung dazu, dass für die gleiche Warenmenge mehr Schiffe eingesetzt werden müssen. „Daher ist bei Niedrigwasser häufig sogar ein höheres Schiffsaufkommen auf dem Rhein zu beobachten als unter normalen Bedingungen“, erklärt Bartel.
Aktuell zeige sich die Binnenschifffahrt dennoch robust und weiche beispielsweise auf den Schienenverkehr aus. Bartel betont aber: „Der Klimawandel wird dazu führen, dass Phasen mit Niedrigwasser künftig häufiger auftreten können.“
Pegelstände: Keine Entspannung in Sicht
Am grundlegenden Bild der Flüsse werde sich erst etwas ändern, wenn es zu ergiebigen Regenfällen im ganzen oder wenigstens in großen Teilen des Einzugsgebietes der jeweiligen Flüsse kommt, betont Florian Krekel, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSV. Dies sei momentan aber nicht absehbar. Laut der BfG ist in den kommenden Wochen keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten.
Die Flüsse in Deutschland leiden unter der Trockenheit und hohen Temperaturen. An manchen Stellen der Donau floss zuletzt nur noch ein Sechstel der üblichen Wassermenge. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers könnten sich weiter verschärfen, falls die Trockenheit anhält.



