Die Landeshauptstadt Potsdam setzt auf Kontinuität im öffentlichen Nahverkehr: Der kommunale Verkehrsbetrieb ViP soll Busse und Straßenbahnen deutlich länger betreiben als ursprünglich geplant. Die Stadtverordneten haben im Hauptausschuss am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit beschlossen, den bestehenden Dienstleistungsauftrag vorzeitig zu verlängern. Statt wie bisher bis Ende 2033 läuft der Vertrag nun bis zum 31. Dezember 2040.
Vorzeitige Verlängerung ermöglicht Investitionen
Durch die Verlängerung um sieben Jahre schafft die Stadt Planungssicherheit für das Unternehmen. ViP kann nun langfristige Investitionen in die Fahrzeugflotte und die Infrastruktur tätigen. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) betonte die Bedeutung des Beschlusses: „Mit dieser Entscheidung sichern wir einen zuverlässigen und modernen ÖPNV für Potsdam. Die Verlängerung ist ein starkes Signal für den Klimaschutz und die Mobilitätswende.“
Mehrheit im Hauptausschuss
Der Hauptausschuss folgte mit großer Mehrheit der Empfehlung der Verwaltung. Lediglich die Fraktion der Freien Wähler stimmte gegen die Vorlage. Sie argumentierte, dass eine Ausschreibung des Verkehrsvertrags mehr Wettbewerb und möglicherweise günstigere Tarife gebracht hätte. Die Mehrheit der Stadtverordneten sah dies jedoch anders: Die bewährte Zusammenarbeit mit ViP biete Vorteile bei der Qualität und Zuverlässigkeit des Nahverkehrs.
Hintergrund: ViP in städtischer Hand
Die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Potsdam und gehört vollständig der Stadt. Sie betreibt derzeit 26 Straßenbahn- und 33 Buslinien. Jährlich befördert das Unternehmen rund 60 Millionen Fahrgäste. Mit der Vertragsverlängerung ist auch die Option verbunden, den Fuhrpark weiter zu elektrifizieren und das Streckennetz auszubauen.
Die Entscheidung fiel im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Der Beschluss muss noch formell im Stadtparlament bestätigt werden, was jedoch als Formsache gilt. Die Verlängerung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2024 in Kraft.



