Speedweek 2026: Blitzermarathon in 13 Bundesländern
Speedweek 2026: Blitzermarathon in 13 Bundesländern

Am 3. August beginnt die europaweite „Speedweek“ des Polizeinetzwerks Roadpol. Eine Woche lang, bis zum 9. August, müssen Autofahrer mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen rechnen – in Deutschland ebenso wie in vielen Nachbarländern. Nach Angaben des ADAC beteiligen sich 13 von 16 Bundesländern an der Aktion, die mitten in die Sommerferien fällt. Die Terminwahl ist kein Zufall: Anfang August sind viele Menschen in ganz Europa unterwegs, um in den Urlaub zu fahren. Gerade auf den Ferienrouten kommt es erfahrungsgemäß zu mehr Unfällen und Staus, weshalb Roadpol genau in dieser Zeit verstärkt kontrolliert.

Die Kontrollen sollen in diesem Jahr gleichmäßig über die gesamte Woche verteilt werden. Ein separater 24-stündiger Blitzermarathon, wie es ihn im April gab, ist diesmal nicht vorgesehen. Die Polizeipräsidien wählen die Kontrollstellen aufgrund von Unfallstatistiken und Erfahrungswerten aus. Dabei gilt: Die Standorte werden nicht zentral vorgegeben, sondern von den regionalen Behörden eigenständig festgelegt.

Wo die Polizei besonders intensiv kontrolliert

Besonders im Fokus stehen unfallträchtige Streckenabschnitte sowie sensible Orte. Dazu zählen laut ADAC Schulen, Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser und Baustellen. Geblitzt wird sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch innerorts. Gerade auf Landstraßen passieren viele schwere Unfälle, weshalb dort mobile Messgeräte häufig zum Einsatz kommen. Nach Informationen des ADAC gehören Baustellen zu den wichtigsten Kontrollpunkten – dort gilt oft eine reduzierte Geschwindigkeit, und die Umstände erfordern eine besonders aufmerksame Fahrweise.

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Da die Aktion europaweit stattfindet, sollten Autofahrer auch im Ausland und in den angrenzenden Bundesländern verstärkt auf Geschwindigkeitsmessungen achten. Die Standorte der mobilen Blitzer werden nicht immer vorab veröffentlicht. Wer also eine längere Reise plant, sollte nicht nur die deutschen Kontrollstellen im Blick behalten.

13 Länder machen mit – drei nicht

Die Beteiligung in Deutschland liegt laut ADAC bei 13 von 16 Ländern. Nicht an der Speedweek teilnehmen:

  • Bayern
  • Saarland
  • Sachsen

Damit ist die Zahl der teilnehmenden Länder geringer als bei der Speedweek im April. Der ADAC weist darauf hin, dass nur wenige Bundesländer und Kommunen ihre Kontrollstellen im Voraus bekannt geben. Auf seiner Homepage heißt es wörtlich: „Nur wenige Bundesländer und Kommunen geben kurz vor der 'Speedweek' bekannt, an welchen Orten und zu welcher Zeit verstärkt geblitzt wird. Allerdings sind weitere Überraschungs-Blitzer hier nicht ausgeschlossen.“

Wer in den drei nicht teilnehmenden Ländern unterwegs ist, sollte dennoch nicht mit weniger Kontrollen rechnen. Auch dort führt die Polizei regelmäßig eigene Geschwindigkeitsüberwachungen durch – unabhängig von der Speedweek. Der ADAC rät Autofahrern deshalb, die lokalen Medien und behördlichen Ankündigungen auch in Bayern, Sachsen und im Saarland zu verfolgen.

ADAC rät von Blitzer-Apps ab

Der Automobilclub rät Autofahrern, sich über die Lokalpresse und die Internetseiten der örtlichen Behörden über gemeldete Kontrollstellen zu informieren. Zugleich warnt der ADAC vor der Nutzung von Blitzer-Apps. Diese seien kein verlässliches Mittel, um Kontrollen zu umgehen – und ihre Verwendung könne rechtliche Konsequenzen haben. In Deutschland ist das Führen solcher Apps während der Fahrt nicht erlaubt und kann mit Bußgeld belegt werden.

Wer die bekannten Tempolimits einhält, ist auf der sicheren Seite. Die Polizei kündigt an, bei der Speedweek auch nicht angekündigte, „Überraschungs-Blitzer“ einzusetzen. Eine Vorab-Information über alle Standorte gibt es daher nicht. Die angekündigten Orte sind nur ein Teil der Kontrollen – nach Erfahrung des ADAC werden viele weitere Messpunkte spontan ausgewählt. Die Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Deutschland gestaffelt: Je nach Ausmaß drohen Verwarngeld, Bußgeld, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot.

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Sachsen startet eigene Aktion

Der Freistaat Sachsen beteiligt sich zwar nicht an der Speedweek, hat aber eine eigene Kontrollaktion angekündigt. Unter dem Motto „Die Schule hat begonnen“ wird die Polizei vom 17. August bis zum 4. September verstärkt das Tempo kontrollieren – schwerpunktmäßig in der Nähe von Schulen und Schulwegen. Damit reagiert Sachsen auf den Schulbeginn nach den Sommerferien und will vor allem die jüngsten Verkehrsteilnehmer schützen.

Die Roadpol-Speedweek findet zweimal im Jahr statt: einmal im April und einmal im August. Ziel der Aktion ist es, die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren, die häufig durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht werden. Neben Geschwindigkeitskontrollen gehören bei Roadpol auch andere Schwerpunkte wie Gurtpflicht oder Ablenkung durch Handys zu den regelmäßigen Kontrollwochen.

Europäische Polizei arbeitet zusammen

Die „Speedweek“ ist eine gemeinsame Initiative des europäischen Polizeinetzwerks Roadpol. Der Zusammenschluss bündelt Kräfte aus mehreren Ländern, um regelmäßig Schwerpunktaktionen durchzuführen. Während der Aktionswoche tauschen sich die Kontrolleure grenzüberschreitend aus – auch mit Blick auf Urlaubsreisende, die häufig lange Strecken zurücklegen. Die genauen Schwerpunkte legt jedes Land eigenständig fest, die Termine sind jedoch abgestimmt.

Wer zum Beispiel von Deutschland nach Österreich, in die Schweiz oder nach Frankreich fährt, sollte sich darauf einstellen, dass auch dort verstärkt gemessen wird. In Deutschland veröffentlichen einige Behörden ihre Messstellen im Vorfeld, andere setzen bewusst auf Überraschungen. Am besten fährt man also generell mit angepasster Geschwindigkeit – dann drohen weder Bußgelder noch Punkte, und man trägt aktiv zur Verkehrssicherheit bei.