Wiederaufbau der Stammbahn: Länder verhandeln mit Bund über Finanzierung
Stammbahn: Länder und Bund verhandeln über Finanzierung

Die Länder Brandenburg und Berlin verhandeln mit der Bundesregierung über die weitere Finanzierung der Planungen für den Wiederaufbau der Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin. Dies teilten der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und die beiden Landesregierungen in einer abgestimmten Antwort auf eine Anfrage der Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) mit. Hintergrund sei, dass das Projekt aufgrund der Wechselwirkung mit dem Ausbau des Knotens Berlin eine überregionale Bedeutung habe.

Stadtbahn-Sperrung zeigt Dringlichkeit

Die derzeit gesperrte Stadtbahn zwischen Berlin und Potsdam verdeutlicht, wie wichtig eine zweite Strecke ins Berliner Zentrum ist. Wegen Bauarbeiten ist die Verbindung stark eingeschränkt, was zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen im Regional- und Fernverkehr führt. Die Stammbahn als historische Trasse könnte hier langfristig Entlastung schaffen. Der Wiederaufbau der Strecke, die 1838 als erste preußische Eisenbahn eröffnet wurde, wird seit Jahren diskutiert, scheiterte jedoch bisher an der Finanzierung.

Kosten-Nutzen-Analyse noch nicht veröffentlicht

Ein entscheidendes Dokument für die weitere Planung ist die Kosten-Nutzen-Analyse, die das Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben hatte. Diese liegt jedoch weiterhin nicht vor. Ohne positive Bewertung ist eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan unwahrscheinlich. Die Länder drängen daher auf eine baldige Veröffentlichung, um die Finanzierungsgespräche zu konkretisieren. Die Analyse soll den volkswirtschaftlichen Nutzen des Projekts beziffern und ist Grundlage für mögliche Bundesmittel.

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Überregionale Bedeutung des Knotens Berlin

Die Gespräche zwischen den Ländern und dem Bund haben laut VBB und Landesregierungen gezeigt, dass die Stammbahn nicht nur für den Nahverkehr in der Region Berlin-Brandenburg relevant ist, sondern auch für den Fernverkehr. Durch den Ausbau des Knotens Berlin entstehen neue Kapazitätsengpässe, die durch die zusätzliche Strecke entschärft werden könnten. Die Stammbahn würde eine direkte Verbindung vom Potsdamer Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof bieten und den Druck auf die stark belastete Stadtbahn mindern.

Die genauen Kosten für den Wiederaufbau sind noch nicht beziffert. Schätzungen aus früheren Planungen gingen von mehreren hundert Millionen Euro aus. Die Finanzierung soll zwischen Bund, Ländern und der Deutschen Bahn aufgeteilt werden. Die jetzt laufenden Gespräche konzentrieren sich zunächst auf die Planungskosten, die für die nächsten Jahre gesichert werden müssen.

Politische Unterstützung und Kritik

Das Projekt wird von den Regierungen in Brandenburg und Berlin grundsätzlich befürwortet, stößt aber auch auf Skepsis. Kritiker bemängeln die hohen Kosten und die langen Bauzeiten. Befürworter heben die Entlastungswirkung und die Verbesserung der Pünktlichkeit im Regionalverkehr hervor. Die Antwort der Landesregierungen auf die PNN-Anfrage unterstreicht jedoch den Willen, die Planungen voranzutreiben. Die nächsten Schritte hängen maßgeblich von der Kosten-Nutzen-Analyse und den Ergebnissen der Finanzierungsgespräche ab.

Ausblick

Bis zur Wiedereröffnung der Stammbahn werden voraussichtlich noch viele Jahre vergehen. Zunächst müssen die Planungen abgeschlossen und die Finanzierung gesichert sein. Die derzeitigen Verhandlungen sind ein erster wichtiger Schritt. Reisende zwischen Potsdam und Berlin müssen sich weiterhin auf Einschränkungen einstellen, bis die Stadtbahn wieder vollständig befahrbar ist und langfristig die Stammbahn als zweite Achse zur Verfügung steht.

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