Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Donau-Ries nimmt weiter zu. Wie die Polizei mitteilt, wurden allein am vergangenen Wochenende sieben weitere Zusammenstöße mit Wildtieren gemeldet. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Wochen fort, in denen die Unfallzahlen kontinuierlich gestiegen sind.
Häufung von Wildunfällen im Herbst
Besonders in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung kommt es vermehrt zu Zusammenstößen mit Rehen, Hirschen und Wildschweinen. Die Polizei Donauwörth verzeichnete allein im Oktober über 40 Wildunfälle, wie eine Sprecherin auf Nachfrage bestätigte. „Die Tiere sind in der Herbstzeit besonders aktiv, und die Dunkelheit erschwert die Sicht für die Autofahrer“, erklärt die Sprecherin.
Die sieben neuen Unfälle verteilen sich auf verschiedene Gemeinden im Landkreis. In allen Fällen entstand Sachschaden an den Fahrzeugen, verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die betroffenen Wildtiere verendeten jedoch größtenteils an der Unfallstelle oder mussten von den Jagdpächtern erlöst werden.
Appell der Polizei: Vorsicht in Waldgebieten
Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, in Waldgebieten und an Feldrändern besonders aufmerksam zu fahren. „Wir empfehlen, die Geschwindigkeit anzupassen und die Fahrbahnränder im Blick zu behalten“, so die Sprecherin weiter. Wenn ein Tier auf der Straße steht, sollten Autofahrer abblenden, hupen und bremsen – aber niemals riskante Ausweichmanöver starten.
Statistisch gesehen ist die Gefahr eines Wildunfalls im Herbst am größten. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands ereignen sich rund 60 Prozent aller Wildunfälle in den Monaten Oktober, November und Dezember. Die Hauptzeiten sind dabei die Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Tiere auf Nahrungssuche sind.
Versicherung und Schadensregulierung
Bei einem Wildunfall ist es wichtig, die Polizei zu verständigen und den Vorfall zu dokumentieren. „Die Beamten stellen eine Bescheinigung aus, die für die Versicherung notwendig ist“, erklärt die Sprecherin. Wer ein angefahrenes Tier mitnimmt, macht sich übrigens strafbar – es droht eine Anzeige wegen Jagdwilderei.
Die Höhe des Sachschadens bei den jüngsten Unfällen variiert: In einem Fall entstand ein Schaden von rund 3.000 Euro, in einem anderen sogar von 5.000 Euro. Insgesamt schätzt die Polizei den Gesamtschaden der sieben Unfälle auf etwa 15.000 Euro.
Jäger und Landwirte in der Pflicht
Neben der Polizei appellieren auch Jäger und Landwirte an die Vernunft aller Beteiligten. Die Landwirte sind angehalten, ihre Felder wildtierfreundlich zu bewirtschaften, und die Jäger sollen die Bestände regulieren. „Eine gesunde Wildpopulation hält die Unfallgefahr in Grenzen“, sagt ein Jagdpächter aus dem Landkreis.
Die Polizei Donauwörth wird ihre Kontrollen in den betroffenen Gebieten verstärken und auch die Geschwindigkeitsmessungen ausweiten. „Wir hoffen, dass die Autofahrer die Warnungen ernst nehmen“, so die Sprecherin abschließend.



