Die atemberaubende Landschaft mit Vulkanen, Geysiren und Gletschern macht Island für viele Auswanderer attraktiv. Doch bevor Sie Ihre Koffer packen, sollten Sie sich über die hohen Lebenshaltungskosten, das raue Klima und die bürokratischen Hürden im Klaren sein. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die Sie beachten sollten, wenn Sie nach Island auswandern möchten.
Das Wichtigste im Überblick
Island ist ein Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), daher benötigen EU-Bürger keine Arbeitsgenehmigung. Allerdings müssen Sie sich innerhalb von drei Monaten nach der Einreise bei der Einwohnerregistrierung anmelden. Die isländische Sprache ist für viele eine Herausforderung, aber Englisch wird in vielen Bereichen verstanden, insbesondere in der Hauptstadt Reykjavík.
Lebenshaltungskosten und Gehälter
Die Lebenshaltungskosten in Island sind im Vergleich zu Deutschland deutlich höher. Laut einer aktuellen Studie des isländischen Statistikamts liegen die Preise für Lebensmittel und Mieten etwa 30 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Ein Liter Milch kostet rund 1,50 Euro, ein Brot etwa 3 Euro. Die Gehälter sind jedoch ebenfalls höher: Das Durchschnittsgehalt liegt bei etwa 5.000 Euro brutto im Monat. Trotzdem sollten Sie Ihre Finanzen genau planen, da insbesondere die Mieten in Reykjavík sehr hoch sind.
Arbeitsmarkt und Jobchancen
Die Arbeitslosenquote in Island ist mit rund 4 Prozent relativ niedrig. Besonders gefragt sind Fachkräfte im Tourismus, im Gesundheitswesen und in der IT-Branche. Wer kein Isländisch spricht, hat es schwerer, einen Job zu finden, da viele Arbeitgeber zumindest Grundkenntnisse verlangen. Ein Tipp: Viele Unternehmen in Reykjavík arbeiten auf Englisch, daher können auch englischsprachige Bewerber gute Chancen haben.
Klima und Natur
Das Klima in Island ist subpolar-ozeanisch und kann sehr wechselhaft sein. Im Winter wird es oft stürmisch und kalt, die Temperaturen liegen dann oft um den Gefrierpunkt. Im Sommer ist es mild, aber selten wärmer als 15 Grad. Dafür erleben Sie im Sommer die Mitternachtssonne und im Winter die Polarlichter. Die unberührte Natur ist ein großer Pluspunkt, aber auch eine Herausforderung: Die Infrastruktur ist dünn besiedelt, und lange Wege sind normal.
Bürokratie und Anmeldung
Nach der Anmeldung bei der Einwohnerregistrierung erhalten Sie eine persönliche Identifikationsnummer (kennitala), die für alles Mögliche benötigt wird, vom Bankkonto bis zum Arztbesuch. Sie müssen außerdem eine Aufenthaltsbescheinigung beantragen, wenn Sie länger als drei Monate bleiben möchten. Die isländische Behörde für Einwanderung verlangt dafür einen gültigen Reisepass und den Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel.
Gesundheitsversorgung
Die Gesundheitsversorgung in Island ist gut, aber nicht kostenlos. Als EWR-Bürger haben Sie Anspruch auf medizinische Behandlungen, müssen aber eine Zuzahlung leisten. Eine private Krankenversicherung ist empfehlenswert, um Zusatzkosten abzudecken. Die Wartezeiten für Facharzttermine können lang sein, insbesondere außerhalb von Reykjavík.
Sprache und Integration
Die isländische Sprache ist schwer zu lernen, aber die Isländer schätzen es, wenn Ausländer sich bemühen. Es gibt kostenlose Isländischkurse für Einwanderer, die von den Gemeinden angeboten werden. Die Integration ist insgesamt einfach, da die Isländer aufgeschlossen und hilfsbereit sind. Ein wichtiger Tipp: Lernen Sie zumindest die Grundlagen der Sprache, um im Alltag zurechtzukommen.
Fazit
Island bietet eine einzigartige Lebensqualität mit beeindruckender Natur und einer sicheren Gesellschaft. Wer jedoch auswandern möchte, sollte sich über die hohen Kosten und das Klima im Klaren sein. Mit einer guten Vorbereitung und einem Job in der Tasche kann Island zu einem neuen Zuhause werden.



