Der Vulkan Fuego in Guatemala ist am Dienstag erneut ausgebrochen. Der 3.763 Meter hohe Feuerberg, einer der aktivsten Mittelamerikas, schleuderte Asche und Glutlawinen in die Höhe. Die Behörden des mittelamerikanischen Landes riefen für die umliegenden Gemeinden die höchste Alarmstufe aus und begannen mit Evakuierungen.
Aschewolke erreicht 6.000 Meter Höhe
Nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes CONRED stieg die Aschewolke bis zu 6.000 Meter über dem Meeresspiegel auf. Der Wind trug die Asche in Richtung Südwesten, wo mehrere Dörfer und Kaffeeplantagen liegen. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor herabfallender Asche und rieten, Mund und Nase mit Tüchern zu schützen.
Der Ausbruch begann am frühen Morgen gegen 6 Uhr Ortszeit. Seismische Aufzeichnungen zeigten eine Zunahme der vulkanischen Aktivität in den Stunden zuvor. Der Fuego hatte bereits im Juni 2018 eine verheerende Eruption verursacht, bei der mindestens 194 Menschen ums Leben kamen und Tausende ihre Häuser verloren.
Evakuierungen und Sicherheitsmaßnahmen
Die örtlichen Behörden ordneten die Evakuierung von etwa 1.000 Anwohnern in den Gemeinden San Pedro Yepocapa, Alotenango und Acatenango an. In Notunterkünften wurden Betten und Verpflegung bereitgestellt. Der Flughafen La Aurora in der Hauptstadt Guatemala-Stadt, etwa 45 Kilometer entfernt, blieb zunächst geöffnet, doch einige Flüge wurden wegen der Aschewolke umgeleitet.
Experten des Vulkanologischen Instituts (INSIVUMEH) warnten zudem vor möglichen Laharen – Schlamm- und Geröllströmen, die durch die Ascheablagerungen bei Regen ausgelöst werden können. In den betroffenen Tälern wurde die Bevölkerung aufgefordert, Flussläufe zu meiden.
Auswirkungen auf die Region
Der Ausbruch hat auch wirtschaftliche Folgen: Die Kaffeeanbaugebiete am Fuße des Vulkans sind von einer dünnen Ascheschicht bedeckt, was die Ernte gefährden könnte. Die Behörden prüfen, ob Hilfsgelder für die betroffenen Landwirte bereitgestellt werden müssen.
Der Fuego ist seit 1524 mindestens 60 Mal ausgebrochen und gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Seine Eruptionen sind oft explosiv und können pyroklastische Ströme erzeugen, die alles in ihrer Bahn zerstören. Die Regierung von Präsident Alejandro Giammattei rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und versprach, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.
Wissenschaftliche Einordnung
Vulkanologen beobachten den Fuego seit Jahren kontinuierlich. Die aktuelle Aktivität ähnelt früheren Ausbrüchen, die in der Regel einige Tage bis Wochen andauern können. Die Behörden bleiben in höchster Alarmbereitschaft und überwachen die seismischen Daten in Echtzeit.
Die internationale Gemeinschaft hat ihre Unterstützung angeboten. Die Vereinten Nationen und mehrere Hilfsorganisationen stehen in Kontakt mit den guatemaltekischen Behörden, um im Bedarfsfall schnelle Hilfe zu leisten. Bisher wurden keine Verletzten gemeldet, aber die Lage bleibt angespannt.



