Der Urlaubstrend Glamping – eine Wortschöpfung aus „Glamour“ und „Camping“ – erobert immer breitere Bevölkerungsschichten. Statt Luftmatratze und Gaskocher warten Boxspringbett, eigenes Bad und Whirlpool unter freiem Himmel. Die Nachfrage steigt rasant: 2025 verzeichneten deutsche Campingplätze 44,7 Millionen Übernachtungen, ein Rekordplus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und fast 25 Prozent mehr als vor der Coronapandemie 2019.
Was Glamping vom klassischen Camping unterscheidet
Simone Pokrandt, Geschäftsführerin von „LeadingCampings“, definiert den Übergang klar: „Für mich beginnt Glamping dort, wo Gäste einfach ihren Urlaub genießen können, ohne ihre komplette Campingausrüstung mitzubringen.“ Dennoch bleibe das „Campinggefühl“ erhalten – viel Zeit in der Natur und die besondere Freiheit. Die Palette reicht von einfachen, bereits aufgebauten Zelten mit richtigen Betten bis hin zu Design-Lodges, Safarizelten mit Whirlpool oder Sauna und außergewöhnlichen Standorten am See oder im Wald.
Glamping erfüllt Sehnsüchte nach Natur und Komfort
Die Urlaubsform spricht Menschen an, die früher Hotels gebucht hätten – Familien mit Kindern ebenso wie Neulinge, die Camping testen möchten, ohne Equipment zu kaufen. „Den ganzen Tag an der frischen Luft verbringen, ohne auf ein bequemes Bett verzichten zu müssen – für viele ist genau diese Kombination heute echter Luxus“, sagt Pokrandt. Seit Corona ist der Wunsch nach naturnahem Urlaub gestiegen, während Flugreisen teurer wurden. Glamping bietet eine flexible, hochwertige Alternative.
Investitionen und Schattenseiten des Booms
Campingplatzbetreiber rüsten auf: Neue Mietunterkünfte, Pools, Wellness und Restaurants werten das Angebot auf. Aus dem früheren Sparurlaub wird ein Lifestyle-Produkt. Allerdings steigen die Preise: Laut Statistischem Bundesamt verteuerten sich Übernachtungen auf Wohnmobilstellplätzen seit 2020 um 32,2 Prozent – stärker als die allgemeine Inflation. Die Auslastung in Ferienzeiten ist hoch, spontane Buchungen werden schwieriger.
Drei Top-Glamping-Spots laut Expertin
Simone Pokrandt empfiehlt: Alpencamping Nenzing in Österreich für Glamping mit Wellness, Caravan Park Sexten in Südtirol mit spektakulärer Dolomitenkulisse und Hvidbjerg Strand Resort in Dänemark mit Strandvillen direkt hinter den Dünen. Auch Hotelketten wie Falkensteiner bieten inzwischen Glamping an, etwa am Blaguš-See in Slowenien ab 126 Euro pro Nacht.



