Wohngeld-Kürzungen: Besonders viele Kinder betroffen
Wohngeld-Kürzungen: Besonders viele Kinder betroffen

Die Bundesregierung plant, das Wohngeld zu kürzen. Besonders betroffen sind Familien mit Kindern. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) würden rund 1,9 Millionen Haushalte mit Kindern Leistungen verlieren. Das entspricht etwa 60 Prozent aller Haushalte, die von den Kürzungen betroffen sind.

Hintergrund der Kürzungen

Die Ampel-Koalition will mit den Einsparungen den Bundeshaushalt entlasten. Geplant ist, die Einkommensgrenzen zu senken und die Höhe des Wohngeldes zu reduzieren. Betroffen sind vor allem Haushalte mit mittleren Einkommen, die bisher Anspruch auf Wohngeld hatten.

Die DIW-Studie zeigt, dass Familien mit zwei Kindern besonders stark betroffen sind. Im Durchschnitt verlieren sie rund 120 Euro pro Monat. Alleinerziehende würden sogar bis zu 150 Euro monatlich weniger erhalten.

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Auswirkungen auf Kinder

Die Kürzungen treffen Kinder in doppelter Hinsicht: Zum einen sinkt das verfügbare Einkommen der Familie, zum anderen können staatliche Leistungen wie das Bildungs- und Teilhabepaket wegfallen. „Kinder sind die Leidtragenden dieser Sparpolitik“, sagt der Sozialexperte Martin Beyer. „Sie benötigen dringend Unterstützung, um gleiche Chancen zu haben.“

Laut DIW würden rund 800.000 Kinder in Haushalten leben, die durch die Kürzungen unter die Armutsgrenze rutschen könnten. Das wäre ein Anstieg der Kinderarmut um etwa 15 Prozent.

Kritik aus der Opposition

Die Opposition übt scharfe Kritik an den Plänen. Die Linke fordert, die Kürzungen zurückzunehmen und stattdessen die Vermögenssteuer wieder einzuführen. Auch die CDU/CSU warnt vor den Folgen für Familien. „Die Regierung spart auf dem Rücken der Schwächsten“, sagt die familienpolitische Sprecherin der Union, Dorothee Bär.

Reaktionen der Bundesregierung

Das Bauministerium verteidigt die Pläne. Man müsse sparen, um die Schuldenbremse einzuhalten. Gleichzeitig verweist das Ministerium auf die geplante Kindergrundsicherung, die Familien entlasten soll. Allerdings ist unklar, wann diese in Kraft tritt und ob sie die Wohngeldkürzungen ausgleichen kann.

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Sozialverbände in die weiteren Beratungen einzubeziehen. Eine endgültige Entscheidung soll im Herbst fallen.

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