1,5 Millionen feiern CSD in Köln: Rekordbeteiligung und politische Botschaften
1,5 Millionen beim CSD Köln: Rekord und politische Signale

In Köln haben am Sonntag nach Angaben des Veranstalters rund 1,5 Millionen Menschen den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Der farbenfrohe Umzug mit rund hundert Festwagen durch die Innenstadt zählte rund 60.000 angemeldete Teilnehmende und wurde von Hunderttausenden Schaulustigen und Feiernden gesäumt. Der veranstaltende Verein Cologne Pride erklärte, die Demonstration sei „friedlich, aber laut für die Rechte und Anliegen der queeren Community“ verlaufen. Nach Einschätzung des Vereins war die Stadt Köln zur CSD-Demonstration „noch nie so voll wie in diesem Jahr“.

Motto und Rahmenprogramm

Die Demonstration stand unter dem Motto „Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!“. Begleitet wurde der Aufzug von einem mehrtägigen Straßenfest in der Kölner Innenstadt. Die Polizei meldete bis zum Sonntagnachmittag keine Zwischenfälle. Der Kölner CSD zählt zu den größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland und Europa.

Prominente Politiker als Teilnehmer

Wie in den Vorjahren nahmen auch Politiker an dem Kölner CSD teil, darunter der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Grünenpolitikerin Claudia Roth. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war nach eigenen Angaben zum ersten Mal in Köln dabei. „Weil ich mir zunehmend Sorgen mache“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben zunehmend Menschen, die den Anspruch erheben, zu bestimmen, wie man leben muss. Und das ist ein Irrtum.“ Reul betonte: „Der Teil des Staates, für den ich stehe, die Polizei, der schützt alle.“

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Signale gegen Demokratiefeinde

Die ehemalige Kultur-Staatsministerin Claudia Roth forderte, es müsse verteidigt werden, was mühsam aufgebaut worden sei. „Wir sind heute auch hier in Köln als die größte Demonstration für die Demokratie in unserem Land, und dieses Signal schicken wir nach Erfurt zu den Demokratiefeinden“, sagte sie mit Blick auf den dort stattfindenden Parteitag der AfD. Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte, so wichtig wie derzeit sei der CSD noch nie gewesen, weil die Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck stünden. „Wenn Rechte abgeschafft werden und die Leute, die es betrifft, sind nicht zu sehen, dann werden wir untergehen“, sagte Lauterbach. Köln zeige, dass das zum Glück nicht der Fall sei.

Historischer Hintergrund

Der Christopher Street Day erinnert an die Erstürmung der Schwulenbar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969 durch die Polizei, woraufhin tagelange schwere Zusammenstöße zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften folgten.

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