AfD im neuen Politbarometer vorn – FDP fliegt aus Bundestag
AfD im Politbarometer vorn – FDP scheitert an Fünfprozenthürde

Die schwarz-rote Regierungskoalition aus Union und SPD verharrt laut dem neuen ZDF-„Politbarometer“ weiter tief im Umfragekeller. Die AfD bleibt in der Sonntagsfrage mit 27 Prozent stärkste Kraft vor der Union mit 25 Prozent. Die SPD verharrt auf ihrem Rekordtief von zwölf Prozent, die Grünen erreichen 14 und die Linke elf Prozent. Damit hätte die schwarz-rote Koalition weiterhin keine Mehrheit.

Kein Kubicki-Effekt für die FDP

Die FDP käme mit drei Prozent weiterhin nicht in den Bundestag. Einen Kubicki-Effekt kann die Forschungsgruppe Wahlen, anders als andere Umfrageinstitute, nicht feststellen. Nur 27 Prozent aller Befragten meinen, dass der neue Parteivorsitzende die FDP erfolgreich in die Zukunft führen wird. Überzeugter zeigt sich die FDP-Anhängerschaft mit 84 Prozent.

Schlechte Noten für die Bundesregierung

Neben der Sonntagsfrage ging es in der aktuellen Umfrage auch um die Arbeit der Bundesregierung und deren angekündigte Reformen. 72 Prozent der Befragten bewerten die Leistung der schwarz-roten Koalition als eher schlecht. 63 Prozent aller Befragten glauben, dass die Partei nicht voll hinter Bundeskanzler Friedrich Merz steht – selbst unter CDU/CSU-Anhängern teilt gut die Hälfte (52 Prozent) diese Einschätzung.

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Wirtschaftskompetenz: Union vorn, AfD auf Platz zwei

Nach wie vor ist das wichtigste Thema für die Deutschen die aktuelle Wirtschaftslage im Land. Das gaben 24 Prozent der Befragten an. Wobei lediglich eine kleine Minderheit (6 Prozent) diese aktuell für gut hält. 49 Prozent stufen die wirtschaftliche Lage als teils gut, teils schlecht ein, 44 Prozent als schlecht. Bei der Frage, welcher Partei ausreichend Wirtschaftskompetenz zugetraut wird, um die Lage zu verbessern, nennen 24 Prozent die Union, 12 Prozent die AfD und nur 5 Prozent die SPD.

Weitere drängende Themen: Migration, Politikverdrossenheit, Rente

Auf den Plätzen dahinter kommen die Bereiche Flucht, Asyl, Zuwanderung mit 16 Prozent sowie der Verdruss über Politik und Politiker mit 14 Prozent. 12 Prozent der Angaben entfallen auf Rente und Alterssicherung, 11 Prozent nennen das Gesundheitswesen und die Pflege. Das Vertrauen der Deutschen in die Regierung, diese Themen im angekündigten Reformsommer anzugehen, ist allerdings nicht sehr ausgeprägt. Nur jeder vierte Deutsche traut der Bundesregierung zu, die Finanzprobleme der Sozialversicherungen zu lösen. 31 Prozent – und damit geringfügig mehr als vor zwei Wochen – rechnen überhaupt damit, dass die Bundesregierung im Sommer ein Reformpaket vorlegt.

Finanzierung der Sozialversicherungen: Mehr Steuern, weniger Leistungskürzungen

Bei der Finanzierung der Sozialversicherungen setzen 56 Prozent der Deutschen auf mehr Steuermittel. Leistungskürzungen befürworten nur 14 Prozent, Beitragserhöhungen lediglich sieben Prozent. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre lehnen 77 Prozent ab. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 1. bis 3. Juni 1274 Wahlberechtigte. Sie gehörte laut einer KI-Auswertung in den letzten Jahren bei der Prognosegenauigkeit von Bundestags- und Landtagswahlen konstant zu den treffsichersten Umfrageinstituten des Landes.

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