Der Verfassungsschutz in Baden-Württemberg schätzt, dass etwa jedes fünfte Mitglied der AfD im Land als rechtsextremistisch einzustufen ist. Konkret werden 1.730 der 8.600 Mitglieder dem extremistischen Personenpotenzial zugerechnet, wie aus dem aktuellen Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 hervorgeht, der in Stuttgart vorgestellt wurde. Im Vorjahr waren es noch rund 1.170 Extremisten bei 6.200 AfD-Mitgliedern – der Anteil ist also deutlich gestiegen.
AfD-Landesverband seit 2022 als Verdachtsfall eingestuft
Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet den AfD-Landesverband bereits seit 2022 als Verdachtsfall. Diese Einstufung erlaubt den Behörden, die Partei genauer zu überwachen, unter strengen Voraussetzungen Mitglieder zu observieren, Telefone abzuhören und Informanten anzuwerben. Allerdings ist ein Rechtsstreit über diese Einstufung noch anhängig. Der Landesverband hatte gegen die Beobachtung sowie deren öffentliche Bekanntgabe geklagt. Aus Sicht der Südwest-AfD werde der Inlandsgeheimdienst zur Diskreditierung politischer Konkurrenten instrumentalisiert.
Jugendorganisation „Generation Deutschland“ ebenfalls im Visier
Innenminister Manuel Hagel (CDU) teilte mit, dass auch die kürzlich in Baden-Württemberg gegründete AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ als rechtlich unselbständiger Teil der AfD Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall bearbeitet wird. Die Organisation steht damit unter besonderer Beobachtung.
AfD bei Landtagswahl 2025 stark – Koalition ausgeschlossen
Bei der Landtagswahl im März 2025 erreichte die AfD 18,8 Prozent der Stimmen und zog mit 35 Mandaten in den Landtag ein. Damit ist sie mit Abstand die stärkste Oppositionskraft. Eine Koalition mit der rechten Partei schließen alle anderen Fraktionen weiterhin aus.



