AfD in Sachsen-Anhalt weiter vorn – Kleine Parteien legen zu
AfD in Sachsen-Anhalt weiter vorn – Kleine legen zu

Die AfD bleibt in Sachsen-Anhalt mit 41 Prozent klar stärkste Kraft, während die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze auf 24 Prozent fällt. Die neueste Erhebung des „Sachsen-AnhaltTREND“ von Infratest dimap zeigt jedoch, dass kleinere Parteien zulegen und damit eine Alleinregierung der AfD unwahrscheinlicher machen. Die Grünen erreichen fünf Prozent und hätten damit Chancen auf den Einzug in den Landtag – die Partei wird in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuft.

AfD behauptet Spitzenposition

Laut der Umfrage, die im Auftrag von MDR, WDR, „Magdeburger Volksstimme“ und „Mitteldeutscher Zeitung“ durchgeführt wurde, kommt die AfD unverändert auf 41 Prozent. Die CDU verliert zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Mai-Befragung und landet bei 24 Prozent. Es folgen die Linke mit 13 Prozent, die SPD mit 7 Prozent und die Grünen mit 5 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) scheitert mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde, während die FDP, die derzeit mitregiert, nicht separat ausgewiesen wird.

Infratest dimap befragte 1.149 Wahlberechtigte telefonisch und online vom 23. bis 28. Juli. Die Umfrage gilt als repräsentativ.

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CDU-Chef sieht Kopf-an-Kopf-Rennen

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) wertete die Ergebnisse als positives Signal. „Die Umfrage sagt ganz klar, dass keiner hier eine Mehrheit hat, dass es am Ende hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Nun gelte es, um jede Stimme zu kämpfen. Allerdings sei dieser Kampf wegen des Handelns der Bundesregierung in den vergangenen Wochen „unheimlich schwer“ gewesen, so Schulze. Wenn die Berliner Themen endlich abgeschlossen seien und nicht mehr den Wahlkampf überlagerten, werde es gelingen, mehr Unterstützung zu gewinnen.

Grüne und Linke zeigen sich zuversichtlich

Der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak erklärte, die neuen Umfragewerte seien Antrieb und Motivationsschub. „Je mehr Parteien in den Landtag einziehen, die eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, desto unwahrscheinlicher ist, dass Regierungsmacht an die AfD übertragen wird“, betonte er. Die hohen AfD-Werte seien „bedrückend“ und Ausdruck großer Unzufriedenheit, wiesen aber auch auf die immense Gefahr hin, die dem Land drohe.

Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der Grünen in Sachsen-Anhalt, zeigte sich zuversichtlich: „Wir können es schaffen.“ Die Umfragewerte zeigten jedoch auch, wie knapp es sei. „Wer die Fünf-Prozent-Hürde schafft, ist wichtiger als wer vorne liegt“, so Sziborra-Seidlitz.

Die Linken-Politikerin Eva von Angern bekräftigte: „Wir werden alles daransetzen, dass rechte Politik keine Wirkung hat.“ Ihre Partei sei mit den aktuellen Werten zufrieden.

Unzufriedenheit mit Landesregierung wächst

Laut Infratest dimap ist die Unzufriedenheit mit der Landesregierung aus CDU, SPD und FDP weiter gestiegen. Nur noch 29 Prozent der Befragten sind mit deren Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden. Parlamentarische Mehrheiten könnte die CDU nur gemeinsam mit SPD und Linken oder der AfD erreichen – doch die Landes-CDU schließt eine Zusammenarbeit mit beiden Parteien aus. Auch in der Bevölkerung stoßen solche Koalitionen mehrheitlich auf Skepsis.

Bei der Frage nach der künftigen Regierungsführung liegen AfD und CDU nahezu gleichauf: 44 Prozent sprechen sich für die AfD aus, 43 Prozent für die CDU. CDU-Spitzenkandidat Schulze kann zwar seine Bekanntheit steigern, aber nur 29 Prozent sind mit ihm zufrieden. AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund erreicht 35 Prozent.

AfD führt auch bei Kompetenzfrage

Die AfD liegt auch bei der Parteienkompetenz weit vorn: 36 Prozent trauen ihr am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben in Sachsen-Anhalt zu lösen – fünf Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Umfrage. Die CDU folgt mit 16 Prozent (minus zwei Prozentpunkte).

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September statt. Wahlumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet; sie spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

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