Erneute Warnstreiks im Handel in Berlin und Brandenburg – Gysi spricht
Warnstreiks in Berlin & Brandenburg – Gysi bei Kundgebung

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel in Berlin und Brandenburg zu erneuten Warnstreiks aufgerufen. Der Arbeitskampf soll am Freitag beginnen und bis einschließlich Samstag andauern. Bei einer zentralen Kundgebung am Wittenbergplatz in Berlin wird am Freitagvormittag auch der frühere Linke-Politiker Gregor Gysi sprechen.

Forderungen und Hintergründe

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde sieben Prozent mehr Geld, mindestens 225 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es in der Region mehrfach Warnstreiks gegeben, die für die Kundinnen und Kunden jedoch in der Regel unbemerkt blieben.

Bayern-Abschluss als Vergleich

Im bayerischen Großhandel einigten sich die Tarifparteien vor rund einer Woche auf einen Abschluss. Dieser sieht eine Erhöhung der Entgelte um 2,9 Prozent ab dem 1. August und um weitere 2,1 Prozent zum 1. Mai 2027 vor, bei einer Laufzeit von 24 Monaten bis Ende April 2028. Für die rund 240.000 Beschäftigten im Freistaat bedeutet dies eine deutliche Steigerung.

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Verdi lehnt eine Übernahme dieses Abschlusses für Berlin und Brandenburg jedoch ab. Insbesondere in Brandenburg bestehe eine andere Entgeltstruktur, teilte die Gewerkschaft mit. Beschäftigte in den unteren Gruppen würden mit der angebotenen Erhöhung unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. „Ausgerechnet die Beschäftigten mit den niedrigsten Einkommen sollen nach dem Willen der großen Handelsunternehmen keine eigenständige Tariferhöhung erhalten“, so Verdi.

Keine neuen Verhandlungstermine

Wann in Berlin und Brandenburg wieder verhandelt wird, ist derzeit offen. Weder im Einzel- noch im Großhandel stehen konkrete Termine fest. Die Gewerkschaft signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft, sobald die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorlegen. Die Streiks sollen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, um eine tarifliche Lösung zu erreichen, die auch die unteren Einkommensgruppen angemessen berücksichtigt.

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