Waldbrände in Europa: Frankreich, Spanien, Deutschland, Griechenland, Türkei
Waldbrände wüten in Europa – Überblick zu Frankreich, Spanien, Deutschland, Griechenland, Türkei

Die Waldbrandlage in Südeuropa bleibt angespannt, während sich in einigen Regionen eine leichte Entspannung abzeichnet. In Frankreich können weitere 84.000 Menschen an der Atlantikküste in ihre Häuser zurückkehren, in Spanien wurde der nationale Notstand aufgehoben. In Deutschland hingegen hat die anhaltende Trockenheit zu erheblicher Waldbrandgefahr geführt, und in den Chiemgauer Alpen wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Auch auf Kreta und in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen teils tödliche Feuer.

Frankreich: Rückkehr von Evakuierten

In der Region um Bordeaux hat die Präfektin Sophie Brocas am Morgen die Rückkehr von 84.000 Evakuierten aus neun Gemeinden angeordnet. Insgesamt waren 224.000 Menschen aufgrund der verheerenden Brände evakuiert worden. Bereits am Dienstagabend durften 60.000 Bewohner von drei Orten zurückkehren. Die französischen Einsatzkräfte sind weiterhin im Süden des Landes und im Burgund im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Unter den Evakuierten befand sich nach Medienberichten auch Hollywoodstar George Clooney mit seiner Familie. Er verließ sein Anwesen in der südfranzösischen Gemeinde Brignoles, wie die US-Magazine „People“ und „Us Weekly“ berichteten.

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Spanien: Entspannung nach Großbränden

In Spanien hat Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben, da sich die Lage bei den verheerenden Waldbränden rund um Madrid entspannt. Die drei Brände in der Sierra Oeste sowie in den Provinzen Ávila und Toledo sind weitgehend eingedämmt oder unter Kontrolle. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen für rund 90.000 Menschen wurden aufgehoben. Allein in Ávila wurden etwa 50.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört – eine Fläche so groß wie der Bodensee. Es handelt sich um den größten Waldbrand Spaniens seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968. Sánchez rief die Bevölkerung angesichts einer neuen Hitzewelle zu besonderer Vorsicht auf.

Deutschland: Waldbrandgefahr und Einsätze

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete für Donnerstag und Freitag deutschlandweit erhebliche Waldbrandgefahr, besonders in südwestdeutschen Regionen aufgrund der anhaltenden Trockenheit. In den Chiemgauer Alpen brennt nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen der Bergwald. Der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) erklärte: „Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten.“ Man benötige einen schnellen Zugriff und „schlagkräftige Hilfe“ bei der Brandbekämpfung. Dabei spielten auch Erfahrungen aus dem tagelangen Waldbrand am Saurüsselkopf im Mai eine Rolle. Der Katastrophenfall wurde ausgerufen, Evakuierungen seien aktuell nicht nötig, aber vorbereitet.

In Südhessen wurde bei einem Waldbrand westlich von Hainburg-Hainstadt nach Polizeischätzung rund 2,5 Hektar Wald zerstört. Das Feuer brach am Mittwochnachmittag zwischen der Alten Fasanerie Hanau und der Landesstraße 3416 aus. Feuerwehr und Polizei waren stundenlang im Großeinsatz.

Griechenland: Tödliche Brände auf Kreta

Der Waldbrand im Süden Kretas wütet weiter. Starke Winde mit Geschwindigkeiten von über 125 km/h erschweren den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Der griechische Wetterdienst (EMY) rechnet erst am Wochenende mit einer Abschwächung. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagte im Fernsehsender ERT: „Es stehen uns schwierige Tage bevor.“

Bislang kamen zwei Feuerwehrleute auf Kreta ums Leben, ein weiterer starb auf der Halbinsel Peloponnes. Aus der Region um den Ferienort Agia Galini wurden über 8000 Menschen in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag konnten Urlauber nach Angaben von Reportern zurückkehren.

Türkei: Kämpfe gegen die Flammen

Auch in der Türkei sind Einsatzkräfte weiterhin gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes im Einsatz. Starke Winde fachen die Feuer an. Forstminister Ibrahim Yumakli erklärte, man versuche Brände in den Provinzen Antalya, Mugla und Balikesir unter Kontrolle zu bringen. Drei Brände seien bereits gelöscht. In der Nacht kam ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzu. Die Situation bleibt angespannt.

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