AfD in Sachsen-Anhalt-Umfrage weiter mit 41 Prozent vorn
AfD in Umfrage in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent

Fünf Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September bleibt die AfD in der Wählergunst klar vorn. Laut dem aktuellen „Sachsen-Anhalttrend“ von Infratest dimap im Auftrag von MDR, WDR, „Magdeburger Volksstimme“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent – unverändert zur Vormonatsbefragung.

CDU verliert zwei Prozentpunkte

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze büßt im Vergleich zur Mai-Umfrage zwei Prozentpunkte ein und erreicht nur noch 24 Prozent. Damit baut die AfD ihren Vorsprung auf die Union weiter aus. Die Linke liegt bei 13 Prozent, die SPD bei 7 Prozent. Die Grünen kämen mit 5 Prozent knapp in den Landtag, während das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde. Die FDP wird aufgrund zu geringer Werte nicht einzeln ausgewiesen.

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann hatte kürzlich im Tagesspiegel Zweifel am Sinn der Fünf-Prozent-Hürde geäußert. Bei diesem Umfrageergebnis würde die AfD nicht auf eine absolute Mehrheit der Mandate kommen. Die Partei strebt in dem rund 2,1 Millionen Einwohner zählenden Bundesland jedoch eine Alleinregierung an und will mit Ulrich Siegmund erstmals einen Ministerpräsidenten stellen.

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Regierungsbildung könnte schwierig werden

Sollte die AfD ihr Ziel verfehlen, wird eine Regierungsbildung vermutlich kompliziert. Die CDU könnte eine Mehrheit nur mit SPD und Linken oder mit der AfD organisieren. Die Landes-CDU hat jedoch bekräftigt, weder mit der Linken noch mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Potenzielle Bündnisse mit diesen Parteien stoßen in der Bevölkerung mehrheitlich auf Skepsis. Die unklaren Mehrheitsverhältnisse haben zuletzt die Diskussion über die sogenannte Brandmauer zu den Ultrarechten angeheizt.

Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, liegen AfD und CDU nahezu gleichauf: 44 Prozent sprechen sich für die AfD aus, 43 Prozent für die CDU. Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Landesregierung aus CDU, SPD und FDP wächst: Nur noch 29 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden.

Schulze und Siegmund: Bekanntheit gestiegen, Zustimmung mau

Der 46-jährige CDU-Spitzenkandidat Schulze konnte seine Bekanntheit zwar deutlich steigern, doch nur 29 Prozent sind mit ihm zufrieden. Auch der 35-jährige AfD-Herausforderer Siegmund erhält mit 35 Prozent keine mehrheitlich positive Bewertung. Schulze kündigte am Donnerstag eine engere Zusammenarbeit zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an: „Gerade bei den Themen, die die Menschen in Ostdeutschland besonders betreffen, werden wir künftig viel häufiger gemeinsam auftreten und unsere Interessen mit einer starken Stimme in Berlin vertreten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

AfD auch bei Parteienkompetenz vorn

Die AfD liegt auch bei der Frage nach der Parteienkompetenz deutlich vorn: 36 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) trauen ihr am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben im Land zu lösen. Die CDU folgt mit 16 Prozent (minus zwei Prozentpunkte). Wirtschaftsvertreter hatten sich zuletzt besorgt über eine mögliche Regierungsverantwortung der AfD geäußert. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigte, dass die Umsetzung des AfD-Wahlprogramms verheerende wirtschaftliche Folgen hätte. Zudem machte die AfD in Sachsen-Anhalt mehrfach Schlagzeilen, zuletzt wegen Vorwürfen gegen Landtagskandidaten mit mutmaßlichen Verbindungen zur Neonazi-Szene.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

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