AfD instrumentalisiert CSD-Anschlag: Queere Community wehrt sich
AfD instrumentalisiert CSD-Anschlag: Queere wehren sich

Nach der Amokfahrt am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin sind schnell migrationsfeindliche Forderungen laut geworden. Teile der queeren Community wehren sich gegen die Vereinnahmung durch rechte Gruppen. Die Polizei ermittelt weiter zu den Hintergründen der Tat, bei der ein Auto in eine Menschenmenge fuhr und mehrere Menschen verletzte.

Der Anschlag und seine Folgen

Am 27. Juli 2026 raste ein Fahrzeug in eine Gruppe von Teilnehmern des CSD im Berliner Tiergarten. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 15 Menschen verletzt, einige davon schwer. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen. Die Ermittler gehen von einem gezielten Angriff aus, ein terroristischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen. Die Stadt steht unter Schock, zahlreiche Politiker äußerten sich bestürzt. An den Tatorten wurden Blumen und Beileidsbekundungen niedergelegt.

Instrumentalisierung durch rechte Gruppen

Noch am Tag des Anschlags verbreiteten sich in sozialen Netzwerken Forderungen nach einer Verschärfung des Asylrechts und mehr Abschiebungen. Die AfD und ihr Umfeld versuchten, die Tat mit Migration zu verknüpfen. „Wir sehen einen direkten Zusammenhang mit der unkontrollierten Zuwanderung“, hieß es in einer Stellungnahme des Landesverbands Berlin. Kritiker werfen der Partei vor, die Tragödie für ihre politischen Zwecke auszunutzen. „Es ist widerlich, wie hier mit dem Leid von CSD-Teilnehmern Wahlkampf gemacht wird“, sagte eine Sprecherin des Queer-Bündnisses Berlin.

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Reaktionen aus der queeren Szene

Viele Organisationen der queeren Community wiesen die Vereinnahmung zurück. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) forderte, die Opfer in den Mittelpunkt zu stellen. „Wir lassen nicht zu, dass unsere Trauer für Hass instrumentalisiert wird“, erklärte Verbandssprecher Michael Weber. Auch die CSD-Organisatoren betonten, man stehe solidarisch gegen jede Form von Rassismus. Unter dem Hashtag #NichtMitUns solidarisierten sich Tausende. Ein Bündnis aus über 30 queeren und migrantischen Gruppen rief zu einer Mahnwache am Brandenburger Tor auf.

Politische Debatte und Ausblick

Der Vorfall hat eine neue Debatte über die Sicherheit von LGBTQ-Events ausgelöst. Die Berliner Innensenatorin kündigte verstärkte Polizeipräsenz bei künftigen Veranstaltungen an. Zugleich warnte sie vor voreiligen Schlüssen: „Wir müssen die Ermittlungen abwarten, bevor wir politische Forderungen stellen.“ Die AfD sieht sich durch den Anschlag bestätigt und fordert einen Sonderparteitag. Die übrigen Parteien im Abgeordnetenhaus distanzierten sich scharf. Ob die Instrumentalisierung der Tat der AfD politisch nutzt, bleibt abzuwarten. Die queere Community zeigt sich kämpferisch: „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen – und schon gar nicht von denen, die unsere Feier für ihre Propaganda missbrauchen“, so ein Sprecher des CSD-Vereins.

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