Mit einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus hat die Berliner AfD am Montagabend die heiße Phase des Landtagswahlkampfs eingeläutet. Unter dem Motto „Berlin stark machen“ versammelten sich nach Polizeiangaben rund 600 Anhänger – deutlich weniger als die angemeldeten 1000 Teilnehmer. Die Veranstaltung begann um 18 Uhr und wurde von mehreren Gegendemonstrationen begleitet.
Brinker: „Berlin braucht eine Regierende Bürgermeisterin“
Die Berliner Spitzenkandidatin Kristin Brinker eröffnete die Reden und bewarb sich selbst für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Sie griff das in der Hauptstadt drängende Thema Wohnungsnot auf: „Berliner sollen zuerst eine Wohnung bekommen“, forderte Brinker und erhielt viel Applaus. Die Rede blieb im Vergleich zu späteren Auftritten moderat.
Hohloch provoziert mit Abschiebeforderung
Deutlich radikaler äußerte sich Dennis Hohloch, Parlamentarischer Geschäftsführer der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion. „Wir müssen Millionen abschieben“, rief er ins Mikrofon. Tatsächlich lag die Zahl der ausreisepflichtigen Personen in Deutschland zuletzt bei rund 230.000 – weit entfernt von Millionen. Die Aussage sorgte für Empörung bei den Gegendemonstranten.
Gegendemonstrationen und Polizeieinsatz
Die Berliner Polizei war auf eine angespannte Versammlungslage vorbereitet. Die Grünen mobilisierten zu einem Gegenprotest unter dem Motto „Berlin, bunt, stark“ am Neptunbrunnen, der ab 17.30 Uhr stattfand. Zudem war ein pro-palästinensischer Protest am Rathausplatz angekündigt. Die Gegendemonstranten, nach Polizeiangaben etwa 200 Personen, skandierten „Nazis raus!“. Die Polizei trennte die Lager mit Hamburger Gittern und war mit insgesamt 540 Beamten im Einsatz.
Weitere Proteste und Teilnehmer
Parallel zur AfD-Kundgebung war eine Demonstration unter dem Motto „Kai Wegner muss weg! Berlin hat Besseres verdient“ vom Roten Rathaus zum Alexanderplatz angekündigt, die ebenfalls von der AfD organisiert wurde. Unter den AfD-Anhängern befanden sich zahlreiche Parteimitglieder sowie einige Kinder und Jugendliche, darunter Anhänger der extrem rechten „Patriotischen Bewegung“, die in sozialen Medien für die AfD werben.



