Die Bundeswehr hat ihre Präsenz an deutschen Schulen im Jahr 2026 massiv ausgebaut. Laut einer parlamentarischen Anfrage der Linken fanden in den ersten sechs Monaten des Jahres 3790 öffentliche Auftritte von Bundeswehr-Vertretern an Schulen und Berufsschulen statt. Das geht aus Daten des Bundesverteidigungsministeriums hervor, die der Funke Mediengruppe vorliegen.
Rekordniveau bei Schulbesuchen erwartet
Setzt sich der Trend der ersten Jahreshälfte fort, wird die Gesamtzahl der Schulbesuche im Jahr 2026 die des Vorjahres deutlich übertreffen. 2025 waren es insgesamt 5617 Veranstaltungen. Die Steigerung erfolgt vor dem Hintergrund des neuen Wehrdienstgesetzes, das am 1. Januar 2026 in Kraft trat. Der Dienst ist freiwillig, junge Männer müssen jedoch einen Fragebogen ausfüllen; Frauen steht dies frei.
Hintergrund der verstärkten Werbung ist die veränderte Bedrohungslage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die Bundeswehr bemüht sich intensiv, die Zahl der Soldatinnen und Soldaten zu erhöhen.
Linke: „Systematische Militarisierung der Klassenzimmer“
Die Linke kritisiert die Entwicklung scharf. „Die hohe Zahl der Schulbesuche zeigt, dass die Bundeswehr eine systematische Militarisierung der Klassenzimmer betreibt – und zwar auf Rekordniveau“, sagte Nicole Gohlke, Vizevorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, der Funke Mediengruppe. Die Bundeswehr habe „vor allem Minderjährige im Fokus“. Gohlke warnt vor einer „Rekrutierung durch die Hintertür“.
Seit Russlands Überfall auf die Ukraine und nach der Corona-Pandemie hat die Bundeswehr ihre Aktivitäten an Schulen deutlich verstärkt. Die Linke sieht darin eine unangemessene Einflussnahme auf Jugendliche.



