Studie: Linke und AfD in Sachsen-Anhalt bei fast jedem zweiten Punkt einer Meinung
AfD und Linke in Sachsen-Anhalt: 47% Übereinstimmung

Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September überrascht eine neue Auswertung: Die AfD und die Linke, die sich sonst politisch meiden, teilen nahezu jede zweite Position. Laut dem WahlSwiper, der BILD exklusiv vorliegt, beträgt die Übereinstimmung 47,4 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 waren es nur rund 15,8 Prozent – damals das unähnlichste Paar überhaupt.

Soziale Themen als Brücke

Politikwissenschaftler Prof. Uwe Wagschal von der Universität Freiburg, der die Wahlentscheidungshilfe seit Jahren anbietet, zeigt sich überrascht: „Bei der Bundestagswahl 2025 war das Paar AfD und Linke im ,WahlSwiper‘ mit 15,8 Prozent das Unähnlichste überhaupt“, sagt Wagschal zu BILD. Ein Grund für den Wandel: Die sachsen-anhaltische AfD setzt stärker auf soziale Themen als andere Landesverbände. So teilt sie mit der Linken Forderungen nach kostenlosem Mittagessen für Schüler, Kindergartenplätze und ein Deutschland-Ticket für Senioren.

Allerdings gibt es auch deutliche Differenzen. „Überall dort, wo es wehtut“, insbesondere bei Verteilungsfragen, lägen Linke und AfD über Kreuz, betont Wagschal.

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AfD und CDU ebenfalls ähnlich

Die Studie zeigt auch: Zwischen AfD und CDU gibt es ebenso viel Trennendes wie Verbindendes. Beide Parteien stimmen in der Hälfte aller 38 Fragen überein – sind sich also in etwa so ähnlich wie Linke und AfD. Die größte Übereinstimmung mit 76,3 Prozent weisen CDU und FDP auf. Deren Wiedereinzug in den Landtag ist jedoch unsicher: In der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage für die „Mitteldeutsche Zeitung“ landet die FDP bei den „Sonstigen“.

Parteien äußern sich

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) kommentiert die Ergebnisse auf BILD-Anfrage: Die Werte sollten „nicht verwundern – denn ein programmatisches ‚Weiter so‘, wie es die CDU in den vergangenen 24 Jahren in der Regierung betrieben hat, wird es mit der AfD nicht geben.“ Er strebe eine Alleinregierung an. CDU-Generalsekretär Mario Karschunke (54) sieht ein Kopf-an-Kopf-Rennen: „Derzeit hat keiner eine Mehrheit.“ Über mögliche Koalitionen werde erst „nach der Wahl gesprochen“. SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann (63) sagt: „Wir kämpfen für eine stabile Regierung aus der demokratischen Mitte mit einer starken SPD.“ Das BSW findet, „dass Linke und CDU wenig programmatisch gemein haben und trotzdem zusammen an die Töpfe der Macht wollen“. Bei einem Einzug ins Parlament erhoffe man sich eine Regierung „jenseits der bisherigen Altparteien“.

Verfassungsschutz stuft AfD als rechtsextrem ein

Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den Landesverband der AfD seit November 2023 als „gesichert rechtsextrem“ ein. Die Landtagswahl findet am 6. September statt.

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