Erster Demo-Schläger nach Attacke auf Journalisten in Erfurt identifiziert
Erster Schläger nach Journalisten-Attacke in Erfurt identifiziert

Fast zwei Wochen nach den gewalttätigen Übergriffen auf mehrere Medienvertreter am Rande des AfD-Bundesparteitags in Erfurt melden die Ermittler erste Erfolge. Nach der brutalen Attacke auf drei Journalisten von „Apollo News“ konnte jetzt ein erster Tatverdächtiger identifiziert werden. Es handelt sich um einen 21-Jährigen aus Erfurt, der einer gewaltbereiten Antifa-Gruppe zugeordnet wird.

Identifizierung durch Bildmaterial

Die Kriminalpolizei Erfurt hat eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet, die sämtliche am Einsatzwochenende erstattete Strafanzeigen bearbeitet. Nach zahlreichen Vernehmungen und der Auswertung von Bild- und Videomaterial führte die Spur zu Johannes S. (21) aus Erfurt. Auf Foto- und Videoaufnahmen ist zu erkennen, wie er zum Schlag gegen einen flüchtenden Journalisten ausholt. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Angriff am 4. Juli

Am 4. Juli wurden die drei Reporter im Bereich des Gothaer Platzes und des Benaryplatzes in Erfurt von mehreren Personen bedrängt, beleidigt, mit Flaschen beworfen sowie mit Schlägen und Tritten angegriffen. Einer der Journalisten erlitt eine Platzwunde am Kopf und musste im Krankenhaus behandelt werden. Ein Polizist konnte den Schläger von seinem Opfer abdrängen.

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Empörung über Aussagen der Blockierer

Der Angriff auf die drei Medienvertreter hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Für zusätzliche Kritik sorgte die Äußerung des gewaltfreien Aktionsbündnisses Widersetzen. Statt sich von dem Angriff zu distanzieren, rechtfertigten Sprecher des Bündnisses die Gewalt gegen die Apollo-News-Reporter mit den Worten: „Faschisten mit Presseausweis sind immer noch Faschisten.“ Später wurde den Geschädigten sogar unterstellt, die Eskalation und Gewalt gegen sie provoziert zu haben.

Weitere Angriffe auf Pressevertreter

Es war nicht der einzige Vorfall, der die Ermittler beschäftigt. Bei einem Raubdelikt gegen einen Journalisten der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ wurde ihm während der weitgehend friedlich verlaufenden Demonstration das Mobiltelefon gestohlen. Die Ermittler gehen von drei Beteiligten aus, einer konnte identifiziert werden. Auch ein Livestreamer aus Berlin erstattete Anzeige wegen Nötigung, nachdem seine Kamera angegriffen wurde. Auch hier ist ein Tatverdächtiger namentlich bekannt.

Bilanz der Straftaten

An dem Demo-Wochenende wurden insgesamt 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten erfasst, darunter Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen. Dazu kamen 69 Straftaten und zehn Ordnungswidrigkeiten aus der Voraufklärung. Die Ermittlungen laufen weiter.

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