Hallervorden warnt: AfD-Regierung würde Kultur zensieren
Hallervorden: AfD-Regierung würde Kultur zensieren

Der Schauspieler und Kabarettist Dieter „Didi“ Hallervorden hat sich knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich gegen die AfD positioniert. Der 90-Jährige, der in Dessau geboren wurde und einen Tag vor der Wahl seinen 91. Geburtstag feiert, sieht bei einem Wahlsieg der AfD schwerwiegende Konsequenzen für die Kulturszene des Bundeslandes.

Absolute Mehrheit trotz Minderheit?

„Wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, kann die AfD bereits mit 40 Prozent die absolute Mehrheit erreichen. Das möchte ich unbedingt verhindern“, sagte Hallervorden der Deutschen Presse-Agentur. Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft und führt in Umfragen deutlich vor der regierenden CDU und allen anderen Parteien.

Sollte die AfD die Landesregierung übernehmen, rechnet Hallervorden mit einschneidenden Folgen. „Die AfD fordert von Kunst und Kultur Folgendes ein: ideologische Eindeutigkeit und patriotische Pflichtbekenntnisse“, zitierte ihn die dpa. Fördergelder würden dann nur nach politischem Wohlverhalten vergeben, die Kulturlandschaft werde „eintönig, öde und langweilig“.

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Kampagne mit prominenten Unterstützern

Gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden wie Tatort-Schauspieler Axel Prahl und Komiker Oliver Kalkofe hat Hallervorden eine Kampagne gegen die AfD ins Leben gerufen. Sie empfiehlt Wählern, ihre Stimme CDU, SPD, FDP, Grünen oder Linken zu geben. Zudem tourt Hallervorden mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) durch das Land, um über Demokratie, Kunstfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sprechen.

Die Warnung des 90-Jährigen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die AfD in Sachsen-Anhalt historisch hohe Umfragewerte verzeichnet. Eine Regierungsbeteiligung oder gar eine absolute Mehrheit der rechtsextremen Partei würde nicht nur die Kultur, sondern auch die politische Kultur des Landes massiv verändern.

Kultur als Bollwerk der Demokratie

Hallervorden, der selbst aus der Region stammt, betonte die Bedeutung einer vielfältigen Kulturlandschaft für eine lebendige Demokratie. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Kunst und Kultur zu politischen Instrumenten werden“, unterstrich er. Seine Initiative stieß auf breite Resonanz in der Kulturszene und darüber hinaus.

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