Deutschland steht vor einer gewaltigen Pflege-Welle. Wenn die Babyboomer in das hohe Alter kommen, steigt die Zahl der Hochbetagten massiv an – und das ausgerechnet in den Regionen, die bereits heute unter einem Mangel an Pflegekräften und Hausärzten leiden. Eine neue Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, die BILD exklusiv vorliegt, zeigt, wie hart einzelne Regionen betroffen sein werden.
Studie prognostiziert drastischen Anstieg des Altersquotienten
Die Untersuchung berechnet den sogenannten Altersquotienten – das Verhältnis der über 80-Jährigen zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – für die Jahre 2026, 2030, 2035, 2040 und 2045. Die Ergebnisse sind alarmierend: In vielen Kreisen wird sich der Quotient bis 2045 mehr als verdoppeln. Besonders betroffen sind ländliche Regionen in Ostdeutschland sowie strukturschwache Gebiete in Westdeutschland, die schon heute eine überalterte Bevölkerung haben.
Wo der Pflege-Kollaps droht
Die Studie identifiziert mehrere Hotspots, in denen die Versorgungssituation bereits angespannt ist und sich weiter verschärfen wird. Dazu gehören unter anderem Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens, aber auch Kreise in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. „Ohne gezielte Gegenmaßnahmen droht in diesen Regionen ein regelrechter Pflege-Kollaps“, warnt die Stiftung in ihrer Analyse. „Die Politik muss jetzt handeln, um die Versorgung der Babyboomer zu sichern.“
BILD-Rechner zeigt Entwicklung für jeden Kreis
BILD bietet seinen Lesern einen exklusiven Rechner, mit dem sie die Entwicklung des Altersquotienten für ihren eigenen Landkreis oder ihre kreisfreie Stadt abrufen können. Die Daten zeigen nicht nur den aktuellen Stand, sondern auch die Projektionen für die nächsten Jahrzehnte. „Damit wird sichtbar, wie dringend der Handlungsbedarf vor Ort ist“, so die Studienautoren.
Handlungsempfehlungen der Studie
Die Konrad-Adenauer-Stiftung fordert eine Reihe von Maßnahmen, um den drohenden Pflege-Notstand abzuwenden. Dazu gehören eine bessere Bezahlung von Pflegekräften, der Ausbau von ambulanten Versorgungsstrukturen sowie eine Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs. Auch die Digitalisierung und der Einsatz von Assistenzsystemen könnten helfen, die Lücke zu schließen. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit“, mahnt die Studie.



