Hamas-Unterstützerin Sama' Abdulhadi soll bei Habitat-Festival in Hamburg auftreten
Hamas-Unterstützerin Sama' Abdulhadi bei Habitat-Festival

Die palästinensische Techno-DJ Sama' Abdulhadi soll in der Nacht von Samstag, dem 18. Juli, auf Sonntag beim „Habitat“-Festival in Hamburg-Wilhelmsburg auftreten. Gegen ihren Auftritt formiert sich heftiger Widerstand, nachdem Abdulhadi den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 in einem Instagram-Beitrag als Teil des „palästinensischen Widerstands“ bezeichnet hatte. Bei dem Massaker wurden in Israel rund 1200 Menschen getötet und zahlreiche weitere als Geiseln verschleppt. Auch das Nova-Musikfestival, auf dem mehr als 250 Besucher ermordet wurden, darunter mindestens zwei DJs, wurde von den Angreifern attackiert.

Antisemitismusbeauftragte fordert Absage

Hamburgs neue Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez fordert die sofortige Absage des Auftritts. Sie erklärte bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Abdulhadi sei in der Vergangenheit durch antisemitische Positionen in sozialen Netzen aufgefallen. Unter anderem habe die DJ den Begriff „Toufan Al-Aqsa“ verwendet – die von der Hamas gewählte Bezeichnung für ihren Angriff auf Israel. Von Villiez sagte: „Dass die Künstlerin sich diesen Begriff unkommentiert zu eigen macht, lässt nicht nur auf eine Verharmlosung des Massakers, sondern auch auf eine Übernahme islamistischer Deutungsmuster schließen.“ Die Antisemitismusbeauftragte wandte sich nach Angaben der Hamburger Gleichstellungsbehörde direkt an die Organisatoren und forderte sie auf, Abdulhadi auszuladen.

Veranstalter verteidigen Auftritt

Die Organisatoren des Habitat-Festivals verteidigen den geplanten Auftritt. In einer öffentlichen Stellungnahme auf ihrer Website betonen sie, Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung und die Verherrlichung von Gewalt hätten auf dem Festival keinen Platz. Die Einladung einer Künstlerin bedeute jedoch nicht, dass sämtliche politischen Äußerungen dieser Person geteilt würden. Bei Abdulhadis Auftritt handele es sich um ein DJ-Set. Das Festival sei kein politisches Podium, sondern ein Musikfestival. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Abdulhadi als Star-DJ mit ihrer Haltung den Tod anderer DJs verherrliche, die beim Nova-Festival ermordet wurden.

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Deutsch-Israelische Gesellschaft kritisiert Trennung von Kunst und Politik

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Hamburg hält die Trennung zwischen Kunst und Politik in diesem Fall für nicht überzeugend. In einer der Bild vorliegenden Mitteilung schreibt die Organisation, die internationale Club- und Technoszene habe sich immer auch als politischer Raum verstanden. Ihr Co-Vorsitzender Moritz Golombek warnte davor, dass Gewaltverharmlosung, Geschichtsverzerrungen und antisemitische Verschwörungserzählungen in kulturellen Räumen normalisiert werden könnten. Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatte den geplanten Hamburger Auftritt bereits zuvor kritisiert. Auf eine Anfrage der Bild antworteten weder Sama' Abdulhadi noch die Veranstalter des Habitat-Festivals.

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