Hermannsdenkmal-Besetzer arbeitet für AfD- und FPÖ-Abgeordnete
Hermannsdenkmal-Besetzer arbeitet für AfD und FPÖ

Der Staatsschutz ermittelt gegen einen Mitarbeiter mehrerer Europaabgeordneter von AfD und FPÖ, der im Juni an der Besetzung des Hermannsdenkmals in Detmold beteiligt war. Das gab Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags bekannt. Laut Reul handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen akkreditierten Assistenten von drei EU-Abgeordneten der AfD beziehungsweise FPÖ. Die Staatsanwaltschaft Detmold führt die Ermittlungen.

Fünf Beschuldigte namentlich bekannt

Gegen fünf namentlich bekannte und weitere unbekannte Personen wird ermittelt. Die Vorwürfe umfassen Verstöße gegen das Vermummungsverbot, Hausfriedensbruch, das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik nach dem Sprengstoffgesetz sowie eine nicht angemeldete Versammlung. Die Männer hatten zunächst den Eintrittspreis für den Zugang zum Denkmal bezahlt und drangen dann in einen gesperrten Bereich ein. Einige trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Remigration“. Zwei von ihnen befestigten Banner mit den Aufdrucken „Heimat“ und „verteidigen“ am Denkmal. Einer der Beschuldigten blieb mehrere Stunden mit einem Seil gesichert auf dem Denkmal hängen.

Hintergrund: Das Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald, bei der germanische Stämme unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius im Jahr 9 n. Chr. römische Legionen besiegten. Das im 19. Jahrhundert erbaute Denkmal ist eng mit der deutschen Nationsbildung verknüpft und gilt als nationales Symbol.

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Ermittlungen laufen

Die Behörden werten derzeit beschlagnahmte Kameras, Handys und andere elektronische Geräte aus und befragen Zeugen. Ein weiterer Beschuldigter wurde laut NRW-Justizministerium bereits im März 2026 wegen Beihilfe zum Vermummungsverbot und Uniformierungsverbot zu einer Geldstrafe verurteilt. Die „Identitäre Bewegung“, der die Besetzer zugerechnet werden, wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft und beobachtet.

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