Möbel Höffner fährt nach Kritik nicht beim Berliner CSD mit
Höffner sagt CSD-Teilnahme nach Spendenkritik ab

Nach Kritik aus der queeren Community hat sich Möbel Höffner entschieden, nicht wie geplant mit einem eigenen Wagen am Berliner Christopher Street Day (CSD) teilzunehmen. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage des Tagesspiegel. Hintergrund der Kritik ist eine AfD-Spende von Höffner-Gründer und Inhaber Kurt Krieger in Höhe von 18.000 Euro.

Unternehmensleitung bedauert Entscheidung

„Der Christopher Street Day ist ein starkes Zeichen für Vielfalt, Respekt, Gleichberechtigung und Zusammenhalt. Wir möchten nicht, dass dieser Fokus durch eine Debatte über unsere Teilnahme verschoben wird“, teilte die Unternehmensleitung von Höffner dem Tagesspiegel am Montag mit. Die Entscheidung sei dem Unternehmen schwergefallen. „Besonders bedauern wir dies für unsere Kolleg:innen, die sich mit großem Engagement auf diesen Tag gefreut haben.“

Weiter heißt es: „Unsere Haltung bleibt jedoch unverändert: Wir stehen weiterhin an der Seite der LGBTQIA+-Community und setzen uns für ein respektvolles, offenes und vielfältiges Miteinander ein.“ Das Unternehmen engagiere sich seit vielen Jahren für queere Menschen, unter anderem beim Lesbisch-schwulen Stadtfest in Schöneberg, bei der „Gay Night at the Zoo“ oder durch Spenden an Initiativen wie die Gala „Künstler gegen Aids“. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern. „Vielfalt verdient nicht nur Sichtbarkeit, sondern nachhaltige Unterstützung.“

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Spende von 18.000 Euro an die AfD

In den vergangenen Tagen hatte es vor allem in sozialen Medien Kritik an der geplanten Teilnahme am Berliner CSD gegeben. Auch das Magazin „Siegessäule“ berichtete. Hintergrund der Kritik ist eine Spende von Höffner-Gründer und Inhaber Kurt Krieger. Im Februar wurde bekannt, dass Krieger 18.000 Euro an die AfD gespendet hatte. Nach Bekanntwerden hatte Milliardär Krieger seine Spende verteidigt: „Mit meiner politischen Einstellung hat das nichts zu tun“, sagte er der „B.Z.“. Es sei jedoch nicht alles falsch, was die AfD sage.

In diesem Jahr wollte Kriegers Unternehmen Möbel Höffner zum ersten Mal mit einem eigenen Wagen beim Berliner CSD am 25. Juli mitfahren – was nach Bekanntwerden eine Debatte wegen der offen queerfeindlichen Positionen der AfD auslöste.

CSD-Vorstand prüfte Teilnahmebedingungen

Wie der Vorstand des CSD dem Tagesspiegel mitteilte, habe der Verein die Teilnahme Höffners zunächst aufgrund der Spende Kriegers an die AfD abgelehnt. „Der Berliner CSD lehnt die AfD und ihre politischen Ziele entschieden ab“, stellt der Vorstand klar. Im weiteren Verlauf habe der Vorstand „den Einzelfall auf Grundlage unserer Teilnahmebedingungen erneut geprüft“. Diese sehen vor, dass Unternehmen am Berliner CSD teilnehmen können, wenn sie über ein aktives queeres Netzwerk verfügen oder sich langfristig für die queere Community engagieren.

Auf dieser Basis habe der Vorstand abgewogen – und den Wagen schließlich zugelassen. „Ausschlaggebend waren dabei das langjährige Engagement des Unternehmens, Gespräche mit der Geschäftsführung sowie mit queeren Mitarbeitenden, die sich aktiv an uns gewandt haben“, heißt es vom CSD-Vorstand. „Für uns hat das Unternehmen dabei eine Haltung gezeigt, die klar im Widerspruch zu der Spende ihres Eigentümers steht.“

Teilnahmebedingungen sollen weiterentwickelt werden

Dem CSD sei bewusst, dass „viele Menschen diese Abwägung anders bewertet haben“. Deshalb will der Verein die Teilnahmebedingungen nun weiterentwickeln. „Unser Ziel bleibt, Menschen und Strukturen zu stärken, die sich innerhalb ihrer Unternehmen für Vielfalt, Demokratie und queere Sichtbarkeit einsetzen“, teilte der Vorstand mit.

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