Neonazi Liebich nach 320 Tagen Flucht an Deutschland ausgeliefert
Neonazi Liebich nach 320 Tagen Flucht ausgeliefert

Der verurteilte Rechtsextremist Marla Svenja Liebich ist nach 320 Tagen Flucht nach Deutschland ausgeliefert worden. Am Mittwochmorgen übergaben tschechische Behörden den 55-Jährigen am Grenzübergang Breitenau an der Autobahn A17 der deutschen Polizei. Liebich wird nun in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz gebracht, wo er seine anderthalbjährige Haftstrafe verbüßen soll.

Hintergrund der Verurteilung und Flucht

Liebich war im Juli 2023, damals noch als Sven, zu einer Gefängnisstrafe von 1,5 Jahren verurteilt worden. Anschließend beantragte der Rechtsextremist die Änderung seines Geschlechts von männlich auf weiblich. Kritiker werteten dies als pure Provokation und Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Am 29. August 2025 hätte Liebich die Strafe im Frauenknast in Chemnitz antreten sollen, tauchte jedoch unter.

Erst im April 2026 wurde der Neonazi in Tschechien gefasst und saß seitdem im Gefängnis von Pilsen-Bory. Die Staatsanwaltschaft Halle (Sachsen-Anhalt) beantragte die Auslieferung, gegen die Liebich sich wehrte. Vor Gericht äußerte er die Angst, in Deutschland in ein Männergefängnis zu kommen, und fürchtete sogar um sein Leben. Nach stundenlanger Verhandlung wurde die Entscheidung zunächst vertagt, doch Tschechien entschied schließlich für die Auslieferung. Liebich legte Beschwerde ein, die abgelehnt wurde.

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Reaktionen und Haftbedingungen

Andreas Rosskopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und zuständig für die Bundespolizei, sagte zu BILD: „Durch die Ablehnung der Beschwerde des Oberlandesgerichtes in Prag kann Liebich nun endlich nach Deutschland überstellt werden. Hier muss er nun seine gerechte Strafe absitzen. Dies ist genau richtig so! Gegen solche Menschen, welche sich so äußern und verhalten, muss der deutsche Rechtsstaat mit aller rechtsstaatlichen Härte vorgehen.“

In der JVA Chemnitz wird Liebich unter anderem mit der verurteilten NSU-Terroristin Beate Zschäpe (51) inhaftiert sein. Oberstaatsanwalt Dennis Cernota kann den Fall Liebich nun bald abschließen.

Bedeutung für den Rechtsstaat

Die Auslieferung von Marla Svenja Liebich markiert das Ende einer monatelangen Hängepartie. Der Fall hatte immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, insbesondere wegen der Geschlechtsänderung und der Flucht ins Ausland. Die tschechischen Behörden hatten die Beschwerde von Liebich gegen die Auslieferung abgelehnt, sodass der Weg für die Überstellung frei war. Der Fall zeigt die internationale Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung und die Entschlossenheit, Rechtsextremisten zur Rechenschaft zu ziehen.

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