Philipp Burger: Wie rechts ist Frei.Wild wirklich? Ein Exklusiv-Interview
Philipp Burger: Wie rechts ist Frei.Wild wirklich?

Philipp Burger, Frontmann der Band Frei.Wild, steht seit 25 Jahren auf den Bühnen des deutschsprachigen Rock. Doch der Erfolg ist von heftigen Kontroversen begleitet. Während die Band Stadien füllt, klebt an ihr das Label der „rechten Band“. In der neuen Folge von „Amann unframed“ spricht Burger erstmals ausführlich über seine Vergangenheit in der Neonazi-Skinhead-Szene, seine Autobiografie „Freiheit mit Narben“ und die Frage, wo für ihn die Grenze zwischen Heimatliebe und politischer Radikalität verläuft.

Burger über seine Neonazi-Vergangenheit

Im Gespräch mit dem Journalisten Jan Amann räumt Burger ein, dass er in seiner Jugend tief in der rechtsextremen Szene verstrickt war. „Ich habe Dinge getan und gesagt, die ich heute zutiefst bereue“, sagt der 45-Jährige. Er sei in Südtirol als deutschsprachige Minderheit aufgewachsen und habe sich früh radikalisiert. „Die Wut über die vermeintliche Unterdrückung der deutschen Sprache und Kultur hat mich in die falsche Richtung geführt“, erklärt Burger. Heute distanziere er sich klar von jeglichem Extremismus.

Die anhaltende Stigmatisierung von Frei.Wild

Obwohl Burger sich öffentlich von rechtsradikalen Positionen lossagt, bleibt der Vorwurf der „rechten Band“ bestehen. Kritiker verweisen auf Textzeilen, die patriotische oder völkische Töne anschlagen. „Viele unserer Songs werden aus dem Zusammenhang gerissen“, verteidigt sich der Sänger. „Es geht uns um Heimatliebe, nicht um Politik.“ Die Band habe sich mehrfach gegen Rechtsextremismus ausgesprochen, doch die Vorwürfe hielten an. „Die Stigmatisierung ist ein Teil unseres Erfolgs geworden“, so Burger ironisch.

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Die Rolle der Medien und der linken Szene

Burger kritisiert die Berichterstattung über seine Band als einseitig. „Es wird immer nur das Negative hervorgehoben“, sagt er. Gleichzeitig betont er, dass die extreme Rechte Frei.Wild heute zutiefst verachte. „Die haben uns längst als Feindbild ausgemacht, weil wir uns nicht vereinnahmen lassen.“ Er verweist auf die Vielfalt des Publikums, das von links bis rechts reiche, aber die Band verbinde. „Unsere Musik spricht Menschen aller politischen Lager an.“

Glaube und neue Perspektiven

Im Interview spricht Burger auch über seinen christlichen Glauben, der ihm geholfen habe, einen neuen Weg zu finden. „Der Glaube gab mir Halt, als ich aus der Szene aussteigen wollte“, gesteht er. Seine Autobiografie „Freiheit mit Narben“ sei ein Versuch, die Vergangenheit aufzuarbeiten und anderen eine Warnung zu sein. „Ich will zeigen, dass man sich ändern kann.“ Die Band plane zudem eine neue Tour, bei der sie bewusst politische Botschaften vermeiden wolle.

Fazit: Ein schmaler Grat

Das Gespräch zeigt, wie komplex die Debatte um Frei.Wild ist. Während Burger sich eindeutig von rechtsradikalen Positionen distanziert, bleibt die Frage, ob seine Band durch ihre Ästhetik und Sprache nicht doch eine Normalisierung von rechtem Gedankengut befördert. Die Kontroverse wird wohl nicht verstummen. Burger selbst sieht sich als Künstler, der provozieren will, aber keine politischen Botschaften transportiere. Die Grenze zwischen Rebellion und Radikalität bleibt fließend.

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