Verfassungsschutz warnt: Rechtsextreme rekrutieren gezielt Kinder und Jugendliche
Rechtsextreme rekrutieren gezielt Kinder und Jugendliche

Die rechtsextreme Szene in Deutschland wächst und rekrutiert offensiv sowie gezielt Kinder und Jugendliche. Dies geht aus dem neuen Verfassungsschutzbericht hervor, den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag vorgestellt hat. Darin wird der Rechtsextremismus als „größte Bedrohung für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung“ bezeichnet.

Personenpotenzial steigt um über 8000

Laut dem Bericht ist das rechtsextremistische Personenpotenzial im Jahr 2025 um mehr als 8000 Personen auf insgesamt 59.850 gestiegen. Dobrindt betont: „Besonders beunruhigend ist der Trend zur Verjüngung, Vernetzung und Aktionsorientierung der Szene.“ Die Verfassungsschützer stellen fest, dass sich der Trend zu immer jüngeren Akteuren, die teilweise noch minderjährig sind, fortgesetzt hat. Dies gelte sowohl für Personen in internationalen Chatgruppen der sogenannten Attentäter-Fanszene als auch für Mitglieder neuer aktionsorientierter Jugendgruppen.

Gewaltorientierung und Rechtsterrorismus

Die Anhänger dieser Gruppen weisen laut Verfassungsschutz in der Regel kein geschlossenes rechtsextremistisches Weltbild auf, zeigen jedoch eine ausgeprägte Gewaltaffinität. Sie seien „stark aktions- und gewaltorientiert“. Die Behörde warnt ausdrücklich: „Die Gewaltorientierung dieser Akteure kann bis zu Ansätzen von Rechtsterrorismus führen.“ Als Beispiel wird die Gruppe „Letzte Verteidigungs Welle“ genannt, gegen die der Staat im vergangenen Jahr wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorging.

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Jugendorganisationen werben in sozialen Medien

Der Trend zur Verjüngung im aktionsorientierten Rechtsextremismus führe dazu, dass verschiedene Organisationen vermehrt auf die Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen abzielen. Besonders die Jugendorganisationen „Junge Nationalisten“ (JN) der Partei „Die Heimat“ und die „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ) der Partei „Der III. Weg“ warben im vergangenen Jahr mit intensiven Kampagnen in sozialen Medien um Nachwuchs.

Zahl der Gewaltdelikte gestiegen

Die Zahl der Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund lag 2025 weiterhin auf einem hohen Niveau. Es wurden 36.951 Taten erfasst, etwas weniger als im Vorjahr mit 37.835 Taten. Allerdings stieg die Zahl der Gewaltdelikte von 1281 im Jahr 2024 um knapp neun Prozent auf 1395 Taten an. In beiden Jahren wurden sechs versuchte Tötungsdelikte registriert.

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