In ihrem Buch „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze“ beschreibt die sächsische Journalistin Manuela Müller, wie rechtsgerichtetes Denken und Handeln zum Alltagsphänomen wird. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel erläutert sie, warum Radikalisierung oft mit Lifestyle beginnt und nicht mit einer politischen Haltung.
Die Jugend – wer ist das?
Müller definiert die Jugend als junge Menschen ab 13 oder 14 Jahren, aber auch älter. Sie erinnert sich an einen Fall in Sachsen, bei dem Grundschulkinder, also Kinder höchstens zehn Jahre alt, Hakenkreuze aus Bausteinen gelegt haben. Dies zeige, dass rechtsextreme Symbole bereits im frühen Alter präsent sind.
Mitläufer und Schamgrenzen
Die Autorin betont, dass viele Jugendliche aus Mitläufertum oder Gruppenzwang heraus rechtsextreme Symbole verwenden, ohne eine tiefe politische Überzeugung zu haben. Die Schamgrenzen seien gesunken, was die Verbreitung solcher Symbole erleichtere.
Die Rache der Ostkinder
Müller spricht auch von einer „Rache der Ostkinder“ – einem Gefühl der Benachteiligung und des Unverständnisses gegenüber dem Westen, das in rechtsextreme Ideologien umschlagen könne. Sie fordert eine intensivere Auseinandersetzung mit den Ursachen dieser Radikalisierung.



