Sonntagsfrage: BSW könnte bald die 5-Prozent-Hürde knacken
Sonntagsfrage: BSW vor Sprung über 5 Prozent

Die aktuelle Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der BILD zeigt einen bemerkenswerten Trend: Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht 4,5 Prozent und liegt damit nur noch 0,5 Prozentpunkte unter der Fünf-Prozent-Hürde. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte die Partei bald in den Bundestag einziehen.

AfD und Union legen zu, SPD und Grüne verlieren

Laut der Umfrage vom 24. Juli 2026 würde die CDU/CSU mit 30 Prozent stärkste Kraft werden, gefolgt von der AfD mit 21 Prozent. Die SPD käme nur noch auf 16 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent. Die FDP läge mit 5 Prozent knapp über der Hürde, während die Linke mit 3 Prozent den Einzug verpassen würde. Das BSW liegt mit 4,5 Prozent auf dem fünften Platz und könnte bei einer Fortsetzung des Aufwärtstrends die FDP überholen.

Wagenknecht: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht zeigte sich zuversichtlich: „Die Menschen erkennen, dass wir die einzige Partei sind, die sich für soziale Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Unser Ziel ist klar: Wir wollen in den Bundestag und dort Politik für die kleinen Leute machen.“ Laut Insa-Chef Hermann Binkert ist der Aufschwung des BSW vor allem auf Protestwähler zurückzuführen, die von der SPD und den Grünen enttäuscht seien.

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BSW profitiert von Unzufriedenheit mit Ampel-Politik

Politische Analysten sehen die Ursache für den Höhenflug des BSW in der wachsenden Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. Die Wirtschaftskrise mit über 3 Millionen Arbeitslosen und die Inflation belasten die Stimmung. Hinzu kommt die Debatte um die Migrationspolitik, bei der das BSW mit klaren Forderungen nach Obergrenzen und Rückführungen punktet. „Das BSW füllt eine Lücke, die die etablierten Parteien hinterlassen haben“, kommentiert Politikwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Falter von der Universität Mainz.

Auswirkungen auf mögliche Koalitionen

Sollte das BSW die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, wird eine Regierungsbildung deutlich schwieriger. Rechnerisch möglich wäre ein Bündnis aus Union und SPD, das aber nur 46 Prozent der Stimmen hätte – zu wenig für eine stabile Mehrheit. Auch eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen wäre mit 59 Prozent möglich, aber politisch schwierig. Eine Koalition mit dem BSW lehnen alle anderen Parteien bisher ab. „Das BSW ist für uns nicht koalitionsfähig“, betonte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Ähnlich äußerten sich SPD, Grüne und FDP.

Umfrage im Detail: Methodik und Fehlertoleranz

Die Umfrage wurde vom 21. bis 24. Juli 2026 unter 2.000 wahlberechtigten Deutschen telefonisch und online durchgeführt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Damit ist der Wert des BSW von 4,5 Prozent statistisch signifikant, aber der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde noch nicht sicher. „Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das BSW diesen Trend halten kann“, so Insa-Chef Binkert.

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