Das Bundeskabinett hat die Prägung einer silbernen 35-Euro-Sondermünze zu Ehren der verstorbenen DDR-Rocklegende Tamara Danz beschlossen. Die Sängerin, die mit ihrer Band Silly in der DDR und später gesamtdeutsch populär wurde, soll damit postum gewürdigt werden. Die Münze wird im Jahr 2027 erscheinen, rund 30 Jahre nach ihrem Tod.
Eine besondere Ehrung für eine Ausnahmekünstlerin
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte Tamara Danz als „weibliche Stimme der Rockmusik in der DDR“. In einer Mitteilung hieß es: „Mit ihrer Band Silly schuf sie Songs, deren poetische und zugleich unerschrockene Texte von den Hoffnungen, Widersprüchen und Erfahrungen eines Lebens im SED-Staat erzählten.“ Die Münze ist Teil einer jährlichen Serie von etwa zehn bis zwölf Sammlermünzen, die das Finanzministerium herausgibt. Diese ehren bedeutende Persönlichkeiten und Themen aus Wissenschaft, Politik, Kultur, Gesellschaft und Sport. Die Nennwerte variieren zwischen 5 und 100 Euro; der Kaufpreis beginnt beim Nennwert, kann bei besserer Prägequalität jedoch höher liegen.
Weibliche Stimme der DDR-Rockmusik
Tamara Danz wurde 1952 in Breitungen geboren und stieg in den 1970er Jahren mit Silly zu einer der prägendsten Rockbands der DDR auf. Ihre Texte waren oft poetisch, aber auch politisch brisant, was der Band immer wieder Konflikte mit den Behörden einbrachte. Nach der Wende konnte Silly an frühere Erfolge anknüpfen, bevor Danz 1996 im Alter von nur 43 Jahren an Krebs starb. Im Dezember 2027 wäre sie 75 Jahre alt geworden – die Münze erscheint in diesem Jahr.
Weitere Sondermünzen beschlossen
Neben der Tamara-Danz-Münze genehmigte das Kabinett eine weitere Silber-Sondermünze zu Ehren des 100. Jahrestages der Uraufführung von Fritz Langs Filmklassiker „Metropolis“. Auch sie wird 2027 in Umlauf kommen. Wie Weimer mitteilte, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem Immanuel Kant, Annette von Droste-Hülshoff, Loriot sowie die Berlinale und die Bayreuther Festspiele mit Sondermünzen gewürdigt. Die Münzen sind bei Sammlern begehrt und werden oft weit über ihren Nennwert gehandelt.



