Hamburgs CDU-Chef Thering kündigt eigenen Vorstoß gegen Judenhass an
Thering kündigt Vorstoß gegen Antisemitismus an

Hamburg – Während Rot-Grün die Hansestadt regiert, drängt die Opposition beim Kampf gegen Antisemitismus nach vorn. CDU-Fraktionschef und Oppositionsführer Dennis Thering (42) holt den früheren Antisemitismusbeauftragten Stefan Hensel (45) als persönlichen Berater an seine Seite. Gemeinsam wollen sie einen eigenen Aktionsplan mit klaren Maßnahmen zum Schutz jüdischen Lebens in Hamburg erarbeiten.

Thering schlägt Alarm: Antisemitismus ist bittere Realität

„Die Lage ist ernst. Antisemitismus ist für viele Jüdinnen und Juden in Hamburg längst bittere Realität“, warnt Thering. Er verweist auf die Dunkelfeldstudie, die zeige, dass das tatsächliche Ausmaß weit über den offiziellen Zahlen liege. Konkret nennt er das „Israel-Hasser-Camp auf der Moorweide“, „Islamisten-Demonstrationen“ und das „Verbrennen der israelischen Flagge auf dem Rathausmarkt“. Für ihn steht fest: „Das war ein Angriff auf die Werte unserer Stadt.“

Amt des Antisemitismusbeauftragten seit Monaten unbesetzt

Während solche Bilder um die Welt gingen, ist das Amt des Antisemitismusbeauftragten seit Monaten unbesetzt. Für Thering ein klares Versäumnis des rot-grünen Senats und ein fatales Signal. Stefan Hensel hatte sein Amt im Herbst 2025 niedergelegt. Seine Begründung: „Ich habe mein Amt als Antisemitismusbeauftragter niedergelegt, weil notwendige Maßnahmen nicht umgesetzt wurden.“ Aus seiner Sicht fehlte die politische Rückendeckung. Für Hamburg sei das ein Zustand, den man sich „nicht länger leisten“ dürfe. Die Herausforderungen seien groß, „aber sie sind lösbar, wenn politischer Wille vorhanden ist.“

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Zahlen steigen, Projekte stocken

Die Zahlen belegen den Trend: 2024 wurden bundesweit 6236 antisemitische Straftaten registriert. Auch in Hamburg steigen die Fallzahlen seit Jahren. Die Hamburger Dunkelfeldstudie zeigt zudem, dass viele Vorfälle gar nicht angezeigt werden. Trotz einer bestehenden Landesstrategie kommen zentrale Vorhaben wie der Hamburg-israelische Jugendaustausch oder die Fachstelle für antisemitismuskritische Bildung kaum voran. Die CDU-Fraktion bringt nun als Opposition ihren eigenen Aktionsplan „Hamburg – eine Stadt für alle: Gemeinsam gegen Antisemitismus und Diskriminierung“ auf den Weg.

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