Die Amerikaner feiern sich. Sie sind stolz auf die älteste Demokratie der Erde. Ihre Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 markierte einen radikalen Bruch mit den Monarchien in Europa. Doch 250 Jahre später sehen viele die USA auf dem Weg in die Diktatur, angeführt von Donald Trump. Wird er zum Totengräber der Demokratie? Dieser Frage geht ein Kommentar von Christoph von Marschall nach.
Historische Resilienz der US-Demokratie
Bisher ist es der ältesten Demokratie der Erde gelungen, Irrwege zu korrigieren und Europas Katastrophen zu vermeiden. Die USA haben immer wieder bewiesen, dass sie aus Krisen gestärkt hervorgehen können. Die Verfassung von 1787 schuf ein System der checks and balances, das Machtmissbrauch verhindern soll. Trotz Bürgerkrieg, Weltwirtschaftskrise und Watergate-Skandal blieb die Demokratie intakt.
Trumps Angriffe auf Institutionen
Donald Trump hat als Präsident die Normen der Demokratie herausgefordert. Er griff die Presse an, stellte die Justiz infrage und versuchte, Wahlergebnisse zu kippen. Viele Beobachter sehen darin eine ernste Gefahr für die Demokratie. Doch Christoph von Marschall argumentiert, dass die USA auch diese Krise überstehen könnten. Die Institutionen hätten sich als widerstandsfähig erwiesen, etwa durch die Ablehnung von Trumps Wahlklagen vor Gericht.
Die Rolle der Zivilgesellschaft
Ein entscheidender Faktor sei die Zivilgesellschaft. In den USA engagieren sich Millionen Bürger für demokratische Werte. Organisationen wie die American Civil Liberties Union (ACLU) oder die League of Women Voters arbeiten unermüdlich für Rechtsstaatlichkeit und Wahlbeteiligung. Auch die Medien spielen eine wichtige Rolle, indem sie Missstände aufdecken.
Vergleich mit Europa
Im Gegensatz zu Europa, das im 20. Jahrhundert von Faschismus und Kommunismus erschüttert wurde, hätten die USA nie eine vollständige Abkehr von der Demokratie erlebt. Selbst in der McCarthy-Ära oder während der Bürgerrechtsbewegung blieben die demokratischen Grundstrukturen erhalten. Dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass auch die Trump-Ära überwunden werden kann.
Ausblick
Der Kommentar schließt mit einem optimistischen Ton: Die USA hätten die Fähigkeit, sich selbst zu korrigieren. Die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag seien nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Bekenntnis zur Zukunft der Demokratie. Ob Trump zum Totengräber wird, liege letztlich in den Händen der Wähler.



