Der Chefingenieur des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Alexander Jakowlew, ist bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen. Der russische Atomkonzern Rosatom, der die Anlage beaufsichtigt, wirft der ukrainischen Armee einen gezielten Terroranschlag vor. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, den 16. Juli 2026, in der Nähe des Kraftwerksgeländes.
Details des Angriffs
Nach Angaben von Rosatom wurde ein Dienstfahrzeug, in dem Jakowlew und sein Fahrer saßen, von einer Drohne der ukrainischen Streitkräfte getroffen. Beide Insassen kamen ums Leben. Rosatom-Chef Alexej Lichatschow erklärte, Jakowlew habe sein ganzes Leben der Kernenergie gewidmet und sei gewissermaßen an seinem Gefechtsposten gestorben. Eine offizielle Stellungnahme der ukrainischen Regierung liegt bislang nicht vor.
Politischer Hintergrund und Kollaborationsvorwürfe
Ukrainischen Medienberichten zufolge wurde Jakowlew in der Ukraine geboren und arbeitete bereits vor der russischen Invasion im Februar 2022 im AKW Saporischschja. Nach der Besetzung des Kraftwerks durch russische Truppen soll er freiwillig mit dem Feind kollaboriert haben. Er unterzeichnete einen Vertrag mit Rosatom und erhielt einen russischen Pass. Die Ukraine wirft ihm vor, geholfen zu haben, das AKW als politisches und militärisches Druckmittel einzusetzen und an terroristischen Aktionen gegen die Ukraine beteiligt gewesen zu sein.
Das AKW Saporischschja: Europas größtes Atomkraftwerk unter russischer Kontrolle
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand, nahe der Frontlinie. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, benötigen jedoch weiterhin Elektrizität für Kühl- und Sicherheitssysteme. Seit Kriegsbeginn beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig, durch Angriffe auf die Anlage eine nukleare Katastrophe zu riskieren. Der Tod des Chefingenieurs verschärft die Spannungen weiter und wirft Fragen nach der Sicherheit der Anlage auf.



