Überlebte Hitler wegen Terminänderung? Dokument aufgetaucht
Überlebte Hitler wegen Terminänderung?

Ein bislang unveröffentlichtes Dokument legt nahe, dass Adolf Hitler am 20. Juli 1944 nur knapp einem tödlichen Attentat entging – weil die Lagebesprechung, bei der die Bombe von Claus Graf Schenk Stauffenberg explodierte, ursprünglich nicht in der Wolfsschanze, sondern im Schloss Kleßheim bei Salzburg hätte stattfinden sollen. Der US-Forscher Rolf Windbiel entdeckte das Dokument im Salzburger Landesarchiv. Es belegt, dass Hitler wegen eines geplanten Staatsbesuchs von Benito Mussolini an diesem Tag eigentlich in dem Schloss bei Salzburg hätte sein sollen.

Geplantes Treffen mit Mussolini in Salzburg

Laut dem Dokument war als eigentlicher Ort für die Lagebesprechung ein Salon im Schloss Kleßheim vorgesehen, das damals als Gästehaus der Reichsregierung diente. Hitler empfing dort regelmäßig verbündete Regierungschefs, wenn er sich auf dem Obersalzberg aufhielt. Unter seinen Gästen war mehrfach auch der italienische Faschistenführer Benito Mussolini. Der Salzburger Hotelier Erwin Gutwinski, der für die Vorbereitung von Hitlers Staatsempfängen zuständig war, schilderte 1984, er sei Mitte Juli 1944 in die Reichskanzlei beordert worden, um die Vorbereitungen für den Besuch Mussolinis auf Schloss Kleßheim zu koordinieren. Doch schließlich habe sich der Plan zerschlagen, der Besuch fand in der Wolfsschanze statt – und damit auch die Besprechung, in der Stauffenberg seine Bombe zündete.

Warum die Bombe in der Wolfsschanze wirkungslos blieb

Die Bauweise der Lagerbaracke in der Wolfsschanze begünstigte Hitlers Überleben: Die Wände waren nicht so dick wie in anderen Bunkern, unter dem Holzfußboden gab es einen Hohlraum, und im Hochsommer waren die fünf Fenster weit aufgerissen. Dadurch konnte die Druckwelle der Explosion entweichen, sodass die Bombe nicht ihre volle Wucht entfalten konnte. Gutwinski war überzeugt, dass ein Anschlag auf Schloss Kleßheim erfolgreich gewesen wäre. „Im gemauerten Raum wäre das Attentat geglückt“, sagte er.

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Historische Bedeutung und neue Erkenntnisse

Der 20. Juli 1944 gilt als der bedeutendste Umsturzversuch des militärischen Widerstands gegen das NS-Regime. Stauffenberg platzierte die Bombe in einer Aktentasche unter dem Kartentisch, verließ aber den Raum kurz vor der Explosion. Vier Offiziere starben, Hitler überlebte mit leichten Verletzungen. Das neu aufgetauchte Dokument wirft nun ein neues Licht auf die Umstände: Hätte die Besprechung in Kleßheim stattgefunden, wäre die Bombe in einem massiven Gebäude explodiert, und die Druckwelle hätte sich nicht so leicht verflüchtigen können. Historiker bewerten die Bedeutung des Fundes unterschiedlich: Einige sehen darin eine Bestätigung für die These, dass Hitlers Überleben eher Zufall war, andere betonen, dass die Planung des Attentats ohnehin unsicher war.

Reaktionen und Einordnung

Der Fund sorgt in Fachkreisen für Aufsehen, da er die Planungen des Widerstands in neuem Licht erscheinen lässt. „Das Dokument zeigt, wie knapp die Geschichte verlief“, kommentierte der Historiker Johannes Tuchel von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. „Es unterstreicht, dass der Erfolg des Attentats von vielen Faktoren abhing, die nicht allein in der Hand der Verschwörer lagen.“ Das Dokument wird derzeit im Salzburger Landesarchiv aufbewahrt und soll in einer Ausstellung zum 80. Jahrestag des Attentats gezeigt werden.

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