Burnhams Kabinett: Überraschungen und mehr Frauen als Männer
Burnhams Kabinett: Überraschungen und Frauenmehrheit

Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat sein Kabinett mit mehreren Überraschungen besetzt. Von den 23 Regierungsmitgliedern – Burnham eingeschlossen – sind zwölf Frauen und elf Männer, wie die BBC berichtete. Damit hat Burnham erstmals mehr Frauen als Männer ins Kabinett berufen.

Überraschende Personalien

Besonders überraschend ist die Ernennung von John Healey zum Finanzminister („Chancellor of the Exchequer“). Healey hatte das Kabinett im Juni aus Protest gegen den Kurs von Burnhams Vorgänger Keir Starmer verlassen, vor allem wegen der Höhe der Verteidigungsausgaben. „Die Berufung ist die größte Ehre“, sagte Healey. „Gemeinsam werden wir eine neue Wirtschaft aufbauen, neue Hoffnung schaffen und die Interessen der arbeitenden Menschen in diesem Land voranbringen.“

Ebenfalls überraschend wurde der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting als Verteidigungsminister berufen. Streeting galt kurzzeitig als Rivale Burnhams um den Parteivorsitz, hatte sich aber nach Burnhams Einzug ins Parlament zurückgezogen. Auf der Plattform X versicherte er: „Wir werden sicherstellen, dass unsere Streitkräfte über die notwendigen Ressourcen verfügen, und unseren internationalen Verbündeten, insbesondere der Ukraine, entschlossen zur Seite stehen.“ Große Änderungen an der Verteidigungs- und Außenpolitik werden unter der neuen Regierung nicht erwartet.

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Alte Bekannte kehren zurück

Neuer Außenminister ist der bisherige Energieminister und ehemalige Labour-Parteivorsitzende Ed Miliband. Sein älterer Bruder David Miliband war bereits zuvor Außenminister unter Premier Gordon Brown. Für Ed Miliband musste die bisherige Chefin im Foreign Office, Yvette Cooper, weichen; sie ist jetzt Gesundheitsministerin. Innenministerin bleibt Shabana Mahmood.

Mit Angela Rayner kehrt ein bekanntes Gesicht der Partei-Linken als Wohnungsbauministerin zurück. Diese Rolle hatte sie bereits unter Keir Starmer von 2024 bis 2025 inne, musste aber wegen einer Steueraffäre zurücktreten. Inzwischen ist sie vom Verdacht der Steuerhinterziehung entlastet. Etliche Vertraute von Starmer spielen unter dem neuen Regierungschef dagegen keine große Rolle mehr, darunter der frühere Vize-Regierungschef David Lammy und die bisherige Finanzministerin Rachel Reeves.

Erste Maßnahmen und Telefonat mit Trump

Bereits am frühen Morgen hatte die neu gebildete Regierung mit einer Senkung der Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen für Privathaushalte ihre erste Maßnahme verkündet. In seiner ersten Kabinettssitzung erklärte Burnham den Ministern, sie müssten eine Regierung sein, die sich für die Lebenshaltungskosten einsetze und den Menschen das Gefühl vermittle, „dass Hilfe kommt“.

Eine der ersten offiziellen Amtshandlungen des neuen Premiers war ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump. Auf Truth Social versicherte Trump, das Gespräch sei „sehr gut“ verlaufen. „Der Premierminister hat eine große Aufgabe vor sich, aber er wird sie meistern können, und natürlich werden die USA ihm dabei zur Seite stehen!“ In einer Mitteilung der Downing Street hieß es, Burnham habe seinen Schwerpunkt auf die Reindustrialisierung des Landes gelegt und sein Engagement für Verteidigung und Sicherheit bekräftigt. Konkret ging es laut Trump um „Nordseeöl, Handel, das Militärbündnis, die Minenräumung in der Straße von Hormus und viele andere Themen“. Burnham äußerte die Hoffnung, Trump bei einem künftigen Besuch zeigen zu können, „was Manchester zu bieten hat“.

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