China und Nordkorea haben bei einem hochrangigen Treffen in Pjöngjang bekräftigt, ihre Beziehungen weiter zu vertiefen. Der chinesische Parteifunktionär Wang Huning, Mitglied im ständigen Ausschuss des Politbüros, traf am Mittwoch mit dem nordkoreanischen Politbüro-Mitglied Jo Yong Won zusammen. Beide Seiten betonten die Notwendigkeit, die „kämpferische Einheit“ angesichts der sich wandelnden internationalen Lage zu stärken.
Hintergrund des Besuchs
Anlass des dreitägigen Besuchs von Wang ist der 65. Jahrestag des gegenseitigen Beistandsvertrags zwischen China und Nordkorea. Dieser Vertrag, der nach dem Koreakrieg (1950-1953) geschlossen wurde, bilde laut Wang „die rechtliche Grundlage dafür, die im Blut geschmiedete kämpferische Freundschaft zwischen beiden Ländern zu festigen“. Nordkorea ist Chinas einziger formeller Bündnispartner.
Bedeutung der Reise
Wang Huning gilt als enger Vertrauter von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und gehört zum innersten Machtzirkel der Kommunistischen Partei. Sein Besuch folgt auf Xi Jinpings Nordkorea-Reise Anfang Juni, bei der die Staatschefs Xi und Kim Jong Un „eine neue Ära“ in den bilateralen Beziehungen ankündigten. Die Volksrepublik ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und Verbündeter.
Militärische Entwicklungen in der Region
Die Region erlebt immer wieder militärische Machtdemonstrationen. Vergangene Woche testete Chinas Militär eine Interkontinentalrakete von einem Atom-U-Boot aus, die laut US-Angaben im Südpazifik landete. Nordkorea hat unter Machthaber Kim Jong Un sein Atomwaffenprogramm massiv ausgebaut und eine beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs lieferte Pjöngjang große Mengen Munition und Artilleriegeschosse nach Moskau und entsandte bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung der russischen Streitkräfte.



