Deutschland strebt erneut Sitz im Uno-Sicherheitsrat an
Einen Tag nach dem überraschenden Scheitern bei der Wahl zum Uno-Sicherheitsrat hat die Bundesregierung bereits die nächsten Kandidaturen angemeldet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bewirbt sich Deutschland nun für die beiden Zweijahresperioden 2035/2036 und 2043/2044. Die Ankündigung erfolgte, um den Anspruch Deutschlands auf eine aktive internationale Rolle zu unterstreichen und möglichen späteren Einwänden anderer Staaten vorzubeugen, sie hätten vom deutschen Wunsch nichts gewusst.
Hintergrund der Niederlage
Am Mittwoch war Deutschland bei der Bewerbung um einen nicht ständigen Sitz im höchsten Uno-Gremium gescheitert. In der sogenannten Gruppe der westeuropäischen und anderer Staaten musste Deutschland gegen Kanada antreten. Die Uno-Vollversammlung wählte stattdessen Österreich und Portugal für die beiden freien Sitze dieser Gruppe. Deutschland landete weit abgeschlagen dahinter.
Als eine Ursache für die Niederlage gilt, dass Deutschland seine Kandidatur vergleichsweise spät bekannt gegeben hatte. Österreich hatte seine Bewerbung für die Periode 2027/28 bereits vor 20 Jahren erklärt. Deutschland hingegen begann sein Werben um Zustimmung erst relativ spät, obwohl es dem Turnus folgte, sich alle acht Jahre zu bewerben.
Tradition und Bedeutung
Deutschland folgt mit der erneuten Bewerbung der Tradition, möglichst alle acht Jahre für zwei Jahre einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat zu erhalten. Das Land ist einer der wichtigsten Geldgeber der Vereinten Nationen und strebt eine aktive Rolle in der multilateralen Ordnung an. Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) betonten nach der Niederlage, dass Deutschland ein verlässlicher Unterstützer der multilateralen Zusammenarbeit bleiben werde.
Die schnelle Notifizierung der neuen Kandidatur soll auch verhindern, dass andere Staaten später behaupten, sie hätten nichts von den deutschen Ambitionen gewusst. Damit stellt Deutschland klar, dass es weiterhin einen festen Platz im höchsten Uno-Gremium anstrebt, auch wenn der jüngste Versuch gescheitert ist.
Ausblick
Die Bewerbung für die Perioden 2035/2036 und 2043/2044 zeigt, dass Deutschland langfristig plant und sich nicht von der aktuellen Niederlage entmutigen lässt. Die Bundesregierung wird nun ihre diplomatischen Bemühungen verstärken, um bei den nächsten Wahlen erfolgreich zu sein. Die internationale Gemeinschaft wird beobachten, ob Deutschland aus den Fehlern der vergangenen Kampagne gelernt hat und rechtzeitig um Unterstützung wirbt.



