Deutschland und Frankreich haben erste konkrete Schritte zur Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung eingeleitet. Auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln sollen noch heute ein französischer Kampfjet vom Typ Rafale, der mit Atomwaffen bestückt werden kann, und ein Eurofighter der Bundeswehr gemeinsam betankt werden. Dies teilten deutsche Regierungskreise kurz vor einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron auf Schloss Bensberg bei Köln mit.
Umsetzung der Nuklear-Partnerschaft beginnt
Mit der Aktion in Nörvenich beginnt die Umsetzung der Nuklear-Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die Anfang März von Merz und Macron vereinbart worden war. Am Freitag tagt der deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungsrat auf dem Fliegerhorst, um über eine weitere Vertiefung zu beraten. Dabei soll beschlossen werden, dass sich im Herbst erstmals deutsche Soldaten an einem französischen Nuklearmanöver beteiligen, wie es aus Regierungskreisen hieß.
Frankreichs atomarer Schutzschirm für Europa
Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rücken. Neben Großbritannien ist Frankreich das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergänzen und stärken.
Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der europäischen Sicherheitsarchitektur. Durch die gemeinsame Ausbildung und Manöver soll die Interoperabilität der Streitkräfte verbessert werden. Die genauen Details der Partnerschaft werden bei den weiteren Treffen ausgearbeitet.



