DFB verweigert Unterstützung für Infantinos Wiederwahl als FIFA-Chef
DFB verweigert Infantino Wiederwahl-Unterstützung

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl von FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht unterzeichnet. Dies bestätigte der DFB am Dienstag. „Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten“, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Vorgang berichtet.

FIFA-Direktor warb während der WM um Unterstützung

Laut dem Bericht warb FIFA-Direktor Elkhan Mammadov aus Aserbaidschan während der laufenden Weltmeisterschaft bei europäischen Nationalverbänden für die Wiederwahl Infantinos. Der FIFA-Kongress, auf dem die Wahl stattfinden soll, ist für den 18. März 2027 in Rabat, Marokko, angesetzt. Infantino hatte bereits im Mai beim FIFA-Kongress in Vancouver seine erneute Kandidatur angekündigt.

Kritik an Infantino wächst

Infantino steht zunehmend in der Kritik, unter anderem wegen des Falls des US-Stürmers Folarin Balogun. Dessen Rotsperre war nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Infantino aufgehoben worden. Schon beim FIFA-Kongress in Vancouver hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf ein sofortiges Wahlversprechen an Infantino vermieden. „Die Bewertung einer Kandidatur ist nicht meine alleinige Entscheidung, sondern obliegt unseren Gremien. Daher werden wir uns innerhalb des DFB und gemeinsam mit der DFL mit der Kandidatur beschäftigen und nach dem Ende der Bewerbungsfrist eine Entscheidung treffen“, sagte Neuendorf damals.

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Infantinos vierte Amtszeit bis 2031?

Infantino war 2016 auf Joseph Blatter gefolgt und zweimal ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt worden. Laut FIFA-Statuten wäre eine erneute Amtszeit bis 2031 seine letzte als FIFA-Chef. Der DFB hatte Infantino bereits bei dessen letzter Wiederwahl 2023 in Kigali, Ruanda, die direkte Unterstützung versagt, die per Akklamation erfolgte. Danach habe sich das Verhältnis wieder normalisiert, wie der DFB und Infantino selbst versicherten. Neuendorf wurde in der Vergangenheit oft ein zu unkritisches Verhältnis zu Infantino nachgesagt.

Breite Unterstützung aus Asien, Afrika und Südamerika

Bislang hat Infantino noch keinen Gegenkandidaten. Eine Opposition in der Fußballwelt ist derzeit nicht in Sicht. Der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol sprach sich einstimmig für seine Wiederwahl aus, ebenso wie die afrikanischen und asiatischen Verbände kurz vor dem Kongress. Damit hätte Infantino bereits jetzt die erforderliche Mehrheit für eine Wiederwahl. In dieser Woche reichte die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare eine Beschwerde gegen Infantino beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein. Sie wirft ihm vor, wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben, insbesondere durch das Angebot politischer Unterstützung für Trump.

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