Der ehemalige Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, ist am Sonntag in seine Heimat zurückgekehrt. US-Präsident Donald Trump hatte ihn im Dezember 2025 begnadigt, nachdem Hernández in den USA wegen Drogenschmuggels zu 45 Jahren Haft verurteilt worden war. Ein von Hernández auf der Plattform X geteiltes Video zeigt seine Ankunft am internationalen Flughafen, wo er von seiner Frau Ana Garcia und seiner Tochter Daniela Hernández empfangen wurde.
Rückkehr nach 45 Jahren Haftstrafe
Der rechtsgerichtete Politiker war zwischen 2014 und 2022 Präsident des mittelamerikanischen Landes. Kurz nach dem Ende seiner Amtszeit wurde er an die USA ausgeliefert. Ein Gericht in New York verurteilte ihn 2024 zu 45 Jahren Haft. Die Anklage warf ihm vor, Honduras zu einem „Drogenstaat“ gemacht und den Schmuggel von Kokain aus Kolumbien und Venezuela über Honduras in die USA ermöglicht zu haben. Er verbüßte lediglich einen Bruchteil seiner Strafe, bevor Trump die Begnadigung gewährte.
Trump: Hernández wurde „unfair behandelt“
Das US-Justizministerium hatte nach der Verurteilung erklärt, Hernández habe als Präsident seine Macht missbraucht, um eine der größten und gewalttätigsten Verschwörungen im Drogenhandel weltweit zu unterstützen. Die Folgen hätten die Menschen in Honduras und den USA zu tragen gehabt. Trump begründete die Begnadigung kurz vor der honduranischen Präsidentschaftswahl vor acht Monaten mit den Worten, der Ex-Staatschef sei „sehr hart und unfair behandelt“ worden. Er verband die Ankündigung mit einem Aufruf an die Bürger Honduras, den rechtsgerichteten Kandidaten Nasry Asfura zu wählen, der die Wahl knapp gewann.
Neue rechtliche Probleme in Honduras
Hernández sieht sich auch in seiner Heimat mit Justizproblemen konfrontiert. Ihm wird vorgeworfen, für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2013 zwei Millionen Dollar an öffentlichen Geldern veruntreut zu haben. Der Ex-Präsident soll am 3. August vor Gericht erscheinen. Ein Haftbefehl wurde jedoch kürzlich außer Kraft gesetzt. Die Begnadigung durch Trump hatte bereits zuvor innenpolitische Kritik ausgelöst, da viele Beobachter die Entscheidung als Einmischung in die honduranische Politik betrachteten.



