Der entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow fordert seine sofortige Wiedereinsetzung und lehnt sämtliche ihm angebotenen Alternativposten ab. Seine Anhänger drohen mit andauernden Demonstrationen, die am Freitag beginnen sollen, falls dieser Forderung nicht nachgekommen wird.
Fedorow: Nur drei Posten beeinflussen Kriegsverlauf
„Heute gibt es im Staat nur drei Posten, außer auf dem Schlachtfeld, die den Kriegsverlauf real beeinflussen: der Präsident der Ukraine, der Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der Streitkräfte“, sagte Fedorow vor Journalisten. Er sei deshalb mit keinem anderen Amt als dem des Verteidigungsministers einverstanden. Der 35-Jährige war erst sechs Monate im Amt, bevor er im Rahmen eines Regierungsumbaus entlassen wurde.
Selenskyj bot Vizeregierungschef-Posten an
Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf einer Pressekonferenz, Fedorow mehrere Positionen angeboten zu haben, darunter die eines Vizeregierungschefs für militärische Innovationen. Doch Fedorow lehnte ab. Bereits nach seiner Entlassung vor einer Woche forderten mehrere Tausend Demonstranten in Kiew und anderen Städten seine Wiedereinsetzung sowie die Entlassung von Armeechef Olexander Syrskyj.
Selenskyj entließ Syrskyj, aber Fedorow bleibt Forderung
Selenskyj kam der zweiten Forderung am Dienstag nach und entließ Syrskyj. Doch die Organisatoren der Proteste geben sich damit nicht zufrieden: Sie wollen auch Fedorow zurück und drohen anderenfalls mit Dauerdemonstrationen, die ab Freitag stattfinden sollen. Fedorow ist der vierte Verteidigungsminister der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren.



