Fifa-Boss Infantino unter Beschuss: Iran erhebt schwere Vorwürfe
Fifa-Boss Infantino unter Beschuss: Iran erhebt Vorwürfe

Iran erhebt schwere Vorwürfe gegen Infantino

Der iranische Fußballverband hat schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten des Weltfußballverbandes (Fifa), Gianni Infantino, erhoben. Demnach soll Infantino sein Wort gebrochen haben. Konkret geht es um die Zusage, dass alle Verbandsmitglieder uneingeschränkten Zugang zu den drei WM-Spielen des Iran in den USA erhalten sollten. Doch diese Zusage wurde nicht eingehalten: 15 iranische Funktionäre bekamen kein US-Visum. Darunter befindet sich auch der Team-Betreuer Mahdi Mohammad Nabi.

Nabi kritisiert Infantino scharf

„Wir hoffen, dass Herr Infantino tatsächlich seinen Worten Taten folgen lässt und die Versprechen einhält, die er dem iranischen Nationalteam gegeben hat“, sagte Nabi am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Enttäuschung ist groß, denn erst am Mittwoch hatte Infantino bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt die Teilnahme des Iran an der WM als Beweis für den Erfolg der Fifa bei der Bewältigung komplexer politischer Fragen gefeiert.

US-Außenministerium begründet Visa-Ablehnungen

Das US-Außenministerium begründete die Ablehnungen der Visa mit drastischen Worten: Es werde „dem iranischen Team nicht erlauben, dieses System zu missbrauchen, um Terroristen unter falschen Vorwänden in die USA einzuschleusen“. Diese harte Haltung hat direkte Auswirkungen auf die Vorbereitung der iranischen Mannschaft.

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Trainingslager musste verlegt werden

Die iranische Mannschaft musste ihr Trainingslager kurzfristig von Arizona in den USA nach Tijuana in Mexiko verlegen. Die Spieler erhielten ihre US-Visa erst zehn Tage vor ihrem ersten Spiel am kommenden Montag gegen Neuseeland im Raum Los Angeles. Nabi, der bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar als Team-Betreuer tätig war, kritisierte die Situation scharf: Er habe noch nie „eine derart mangelnde Koordination“ bei einer WM erlebt. Die Visa-Problematik störe die Vorbereitung der Spieler und benachteilige das Team gegenüber anderen Teilnehmern.

Journalisten und Schiedsrichter ebenfalls betroffen

Die Schwierigkeiten werfen Fragen zur Organisation der WM 2026 auf, der bislang größten Weltmeisterschaft. Die USA lehnten auch die Visa-Anträge von iranischen und afrikanischen Journalisten ab. Zudem wurde dem somalischen Fifa-Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan trotz gültigen Visums die Einreise wegen mutmaßlicher Verbindungen zu „Terrororganisationen“ verweigert. Der Iran ist jedoch das einzige WM-Team, bei dem zahlreichen Funktionären die Einreise untersagt wurde. Diese Einreiseverbote erfolgen vor dem Hintergrund der teils eskalierenden Lage im Krieg der USA und Israels gegen den Iran.

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