FIFA-Plan: Infantino will WM-Anteile an Investoren verkaufen
FIFA-Plan: WM-Anteile an Investoren? Infantinos riskantes Spiel

FIFA-Präsident Gianni Infantino treibt einen radikalen Plan voran: Er will Anteile an den kommenden Weltmeisterschaftsturnieren an private Investoren veräußern. Das berichtet die britische Zeitung „The Times“ unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Die FIFA bestätigte die Pläne demnach. Infantino selbst würde bei dem Deal satte Gehaltssteigerungen einfahren – möglicherweise eine Verzehnfachung seines aktuellen Einkommens.

Eine neue Firma soll die WM ausrichten

Zur Umsetzung des Vorhabens soll eine eigenständige Gesellschaft gegründet werden, die künftig die Endrunden der Männer und Frauen sowie die ab 2025 ausgetragene Klub-Weltmeisterschaft organisiert. Die Idee sei bereits mit Vertretern der Trump-Regierung besprochen worden. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zeige Interesse als Investor. Auch die US-Bank J.P. Morgan gilt als potenzieller Geldgeber.

Der Verkauf von Anteilen könnte weitere Kommerzialisierungsschritte nach sich ziehen. Infantino ist offen für eine Aufstockung des Teilnehmerfelds von 48 auf 64 Mannschaften. Bei der jüngsten WM in Kanada, Mexiko und den USA gab es erstmals Werbeunterbrechungen während der sogenannten Hydration Breaks. Die FIFA steigerte ihren Umsatz laut Berichten auf bis zu 15 Milliarden Dollar.

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Verbände sollen Anteile erhalten – und verkaufen dürfen

Für die 211 Mitgliedsverbände bietet der Infantino-Plan lukrative Anreize. Jeder Verband soll einen Anteil im Wert von rund 20 Millionen Dollar erhalten. Diesen könnten sie behalten oder an Investoren weiterveräußern, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Besonders für finanziell schwächere Verbände wäre das ein starkes Argument, der Ausgliederung der WM zuzustimmen.

Die FIFA selbst soll die Mehrheit an der neuen Firma halten. 20 bis 30 Prozent der Anteile sind für externe Investoren vorgesehen. Weitere 20 Prozent gingen zunächst an die Mitgliedsverbände, wobei ihr Anteil durch Verkäufe sinken könnte. Ein namentlich nicht genannter Insider verglich den Plan mit einer „Atombombe“. Investoren sprechen davon, die Chance zu haben, „die FIFA zu kaufen“.

Infantino winkt ein Gehalt wie ein NFL-Commissioner

Den Vorsitz der Firma würde Infantino selbst übernehmen – mit einer Vergütung, die der eines NFL-Commissioners entspricht. Roger Goodell verdient in dieser Position rund 64 Millionen Dollar pro Jahr. Für Infantino wäre das eine Verzehnfachung seines aktuellen Gehalts. Die UEFA reagierte mit scharfer Kritik: „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften“, so der Verband. „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fußballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf.“

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