Frankreichs Vorwahlkampf mit 30 Kandidaten
Der Kampf um die Nachfolge von Präsident Emmanuel Macron ist in vollem Gange. Eine rekordverdächtige Anzahl von 30 Bewerbern hat sich bereits ins Rennen geworfen oder ihre baldige Kandidatur angekündigt. Darunter befinden sich zwei Ex-Premierminister, mehrere ehemalige Minister, Parteichefs sowie ihre innerparteilichen Konkurrenten. Auch lokale Größen wie die Bürgermeister von Nizza oder Saint-Ouen mischen mit.
Wer will Macrons Nachfolger werden?
Die Liste der Aspiranten ist lang und vielfältig. Zu den prominentesten Namen gehören der frühere Premierminister Édouard Philippe, der bereits als Favorit gilt, sowie sein Amtsvorgänger Bernard Cazeneuve. Auch der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy wird immer wieder als möglicher Kandidat gehandelt, obwohl er bisher keine offizielle Erklärung abgegeben hat.
Neben den Schwergewichten der französischen Politik haben sich auch zahlreiche weniger bekannte Persönlichkeiten angemeldet. Darunter sind Bürgermeister kleinerer Städte, Abgeordnete und sogar Aktivisten, die hoffen, durch die Vorwahlen der konservativen Les Républicains und des linken Lagers eine Chance zu bekommen.
Rekordverdächtige Bewerberzahl
Die hohe Anzahl von Kandidaten ist in der französischen Geschichte beispiellos. Noch nie haben sich so viele Politiker um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei beworben. Experten sehen darin ein Zeichen für die Zersplitterung der politischen Landschaft und die Schwäche der etablierten Parteien.
Die Vorwahlen der Republikaner und der Sozialisten werden voraussichtlich im Herbst stattfinden. Bei den Republikanern haben sich bereits über ein Dutzend Kandidaten angemeldet, darunter der Ex-Premier Philippe, der ehemalige Außenminister Michel Barnier und der Chef der Region Île-de-France, Valérie Pécresse. Bei den Sozialisten sind es immerhin sechs Bewerber, angeführt von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo.
Wenig Gutes für die Zukunft
Die schiere Anzahl der Kandidaten lässt jedoch wenig Gutes ahnen. Viele Beobachter befürchten, dass die Vorwahlen zu einem chaotischen Schaulaufen werden, das die Parteien weiter spaltet und am Ende einen schwachen Kandidaten hervorbringt. Zudem könnten die vielen Bewerber dazu führen, dass die Wähler den Überblick verlieren und die Wahlbeteiligung sinkt.
Präsident Macron selbst hat sich noch nicht zur Wiederwahl geäußert, gilt aber als sicherer Kandidat für eine zweite Amtszeit. Seine Partei La République en Marche hat noch keine Vorwahlen angekündigt, da Macron als klarer Favorit gilt.



